Viele Menschen leiden unter Erkältungskrankheiten

Grippewelle ist angekommen - Infekte für die Zeit normal

Dirk Wetzel

Wolfhager Land. „Die Grippewelle ist angekommen. Das Wartezimmer ist voll“, sagt Dr. Dirk Wetzel, Allgemeinmediziner aus Zierenberg. Seit zwei Wochen litten deutlich mehr Menschen an grippalen Infekten und auch an der richtigen Grippe (Influenza).

Ungewöhnlich hoch sei die Zahl der Erkrankungen für die Jahreszeit jedoch nicht. „Das ist ganz normal“, sagt der Mediziner. Schwere Verläufe von Erkältungskrankheiten und grippalen Infekten hat er bisher nicht beobachtet.

Ob man eine Grippe oder eine andere Erkältungskrankheit hat, lässt sich nur durch einen Abstrich eindeutig klären. Doch auch im Verlauf unterscheidet sich die Influenza von anderen Infekten. Johannes Degen, Allgemeinmediziner aus Ehlen, erklärt: „Bei einer Influenza wird man plötzlich aus völliger Gesundheit schwer krank“. Hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schlappheit gehörten zu den Symptomen, Husten und Schnupfen hingegen nicht unbedingt. Auch die Dauer der Erkrankung unterscheidet sich. Laut Degen klingt ein normaler Virusinfekt nach etwa zwei Tagen bis einer Woche wieder ab. Bei einer Grippe sei man in der Regel zwei bis drei Wochen lang richtig krank.

Auch seine Patienten leiden derzeit vermehrt unter Erkältungskrankheiten. Die Influenza sei bisher jedoch kein Thema.

Ob richtige Grippe oder eine andere Erkältungskrankheit, die Mediziner raten vor allem eins: Ruhe. „Es ist sehr wichtig, den Körper zu schonen“, erklärt Wetzel. „Man muss sich die Zeit nehmen, und die Krankheit auskurieren“. Ein Antibiotikum sei bei Virusinfektionen in der Regel nicht erforderlich. Wichtig ist es, so Degen, viel zu trinken. Das Fieber sollte man senken, wenn es zu hoch steigt und zu einem Problem wird; etwa, wenn man nicht mehr schlafen kann oder zu phantasieren beginnt. Fieber sei aber auch hilfreich, weil der Körper eine gewisse Temperatur brauche, um die Krankheit zu bekämpfen. Degen warnt davor, die Erkrankung zu verschleppen. „Das kann richtig gefährlich werden und auch das Herz angreifen.“ Er beobachtet seit Jahren, dass viele Patienten lieber keine Krankschreibung wollen, oft aus Druck am Arbeitsplatz. Betriebswirtschaftlich sei das aber gar nicht sinnvoll. „Wenn man einen Infekt und Fieber hat, gehört man nicht an die Arbeit. Dort steckt man nur die Kollegen an.“

Während das Klinikum Kassel einen Anstieg bei grippalen Infekten unter Kindern verzeichnet, meldet die Kreisklinik Wolfhagen derzeit keine auffällige Häufung grippaler Infekte. Wie Inga Eisel, Pressesprecherin der Gesundheit Nordhessen Holding mitteilte, werde auch niemand mit Grippe behandelt. (mex)

Von Meike Schilling

Quelle: HNA

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