Risikopatientin darf an Diabetesschulung nicht teilnehmen

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Viele Tabletten: Gisela Schwarz muss seit ihrer Fettstoffwechselerkrankung viele Medikamente täglich einnehmen. Bei einer Diabeteserkrankung Foto: 

Dörnberg. Dass immer mehr Menschen an Diabetes erkranken ist nichts Neues. Insbesondere falsche Ernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel können zum Typ-2-Diabetes führen.

Dass aber auch Menschen daran erkranken, die gesund und bewusst leben, zeigt das Beispiel von Gisela Schwarz aus Dörnberg.

Die 80-Jährige lebt seit den zwei Herzinfarkten ihres Mannes, die er vor 30 Jahren erlitten hatte, gesund und bewegt sich viel. „Ich habe die Küche nach der Erkrankung meines Mannes umgestellt. Damit habe ich mich auch gesund ernährt“, sagt Gisela Schwarz. In ihrem großen Garten, baut sie selbst viel Obst und Gemüse an. Die Bearbeitung des Gartens hält die 80-jährige Dörnbergerin täglich in Bewegung.

Fettstoffwechselstörung

Falsche Ernährung und Bewegungsmangel treffen auf die Rentnerin nicht zu. Sie erkrankte an einer Fettstoffwechselstörung, die zur Verstopfung ihrer Herzkranzgefäße führte. „Vor vier Jahren bekam ich, gerade noch rechtzeitig, im Krankenhaus sieben Stents gesetzt“, erinnert sich Gisela Schwarz. „Bei meiner Entlassung riet mir die Internistin eine Schulung für Diabetes zu besuchen, weil diese sich im Bunde mit meiner Erkrankung einstellt“, sagt Gisela Schwarz.

„Die Internistin sagte mir, dass mich die Diabetes-Erkrankung zwar einholen würde, ich diese aber durch richtiges Verhalten eine Weile vor mir herschieben könne“, sagt die Dörnbergerin. Gisela Schwarz wollte nicht untätig bleiben und ihrem Schicksal fügen. „Für mich macht das schon einen Unterschied, ob ich Diabetes erst in fünf Jahren oder früher bekomme“, sagt die Dörnbergerin. Sie meldete sich für eine Diabetesschulung an, um noch mehr über die Krankheit zu erfahren und Tipps zu bekommen, was sie tun kann, um die Erkrankung so weit wie möglich hinauszuzögern.

Doch die 80-Jährige musste die Schulung wieder verlassen, da sie nicht unterschreiben konnte, dass sie bereits an Diabetes leidet. „Ich war sehr enttäuscht“, erinnert sich Gisela Schwarz. „Ich würde gerne wissen, ob ich die Weintrauben aus meinem Garten essen kann. Die haben nämlich sehr viel Zucker“, sagt sie.

Dr. Christian Haase, Internist und Diabetologe aus Zierenberg, weiß, warum Gisela Schwarz nicht in die Diabetesschulung gerutscht ist. „Voraussetzung ist, dass bei den Patienten Diabetes diagnostiziert ist“, sagt Haase. „Vorsorgemaßnahmen können nur im Rahmen von Eigeninitiative gemacht werden.“

Gisela Schwarz bleibt nichts Weiteres übrig, als weiter so bewusst und gesund zu leben wie bisher und zu hoffen, dass die Diabetes-Erkrankung noch in weiter Ferne liegt.

Quelle: HNA

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