Verbraucherzentrale rät: Nicht zahlen, sondern Widerspruch einlegen

Inkasso-Firma wollte abzocken

Schwalm-Eder. Dubiose Firmen versuchen immer wieder, den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Auch im Schwalm-Eder-Kreis sollten Empfänger von Inkasso-Schreiben 101,50 Euro für eine angebliche Mitgliedschaft im DLC Deutschen Losclub zahlen.

Im Landkreis hat es daraufhin bisher drei Anzeigen gegeben. Im Raum Kassel etwa zwölf. „Aber wir gehen davon aus, dass sich die meisten Betroffenen nicht bei der Polizei gemeldet haben“, erklärt Reinhard Giesa, Pressesprecher der Polizei Schwalm-Eder.

Im Auftrag der DVL Media GmbH verschickte das Inkasso-Unternehmen Libereco aus Erkrath, das auch Mitglied im Bundesverband Deutscher Inkassounternehmen ist, bundesweit etwa 10 000 Mahnungen.

Oft seien es ältere Menschen, die sich von den Inkasso-Schreiben beeindrucken ließen und dann auch zahlten, sagt Reinhard Giesa. Deshalb rät er: „Verbraucher sollten regelmäßig ihre Kontoauszüge und Telefonrechnungen kontrollieren. Falls der Verdacht eines Betrugs besteht, sollten Betroffene auf jeden Fall Anzeige bei der Polizei erstatten.“ Bei Post von Inkasso-Firmen sei es auch wichtig, Widerspruch einzulegen, um entsprechende Nachweise zu haben.

Nicht zahlen

Nichts zu tun sei ungünstig. Sonst gebe es eventuell unverschuldet einen Schufa-Eintrag. Die Betroffenen sollten aber auf keinen Fall auch nur einen Cent überweisen.

Das rät auch Eva Raabe, Leiterin der Beratungsstelle Kassel der Verbraucherzentrale Hessen: „Ich habe für diejenigen, die sich bei uns gemeldet haben, ein Widerspruchsschreiben vorformuliert, wodurch die Forderungen zunächst zurückgewiesen worden sind. Seitdem habe ich von den Betroffenen noch keine weiteren Rückmeldungen bekommen.“

Um welches Unternehmen es sich bei der DVL Media GmbH als Auftraggeber für die Inkasso-Briefe handelt, ist laut Eva Raabe nicht bekannt. „Die Schreiben waren sogar mit verschiedenen Aktenzeichen und Kundennummern versehen. Die Forderung war jedoch immer die gleiche“, sagt Raabe. Einen Hinweis auf die DVL Media Gmbh sowie auf den deutschen Losclub gebe es im Internet nicht.

„Wir haben vor der Geschäftsbeziehung mit der DVL Media GmbH notwendige Unterlagen angefordert. Die wurden geprüft und waren in Ordnung“, sagt Jeanette Neß, Anwältin der Firma Libereco Inkasso.

Zusammenarbeit gekündigt

Inzwischen habe die Firma Libereco Inkasso die Zusammenarbeit mit der DVL Media GmbH fristlos gekündigt. „Alle betroffenen Verbraucher haben ein Entschuldigungsschreiben erhalten, worin die vorherigen Forderungen als gegenstandslos erklärt werden“, sagt Neß. Gegen die dubiose Auftraggeberfirma würden derzeit rechtliche Schritte eingeleitet.

Von Nina Skrzyszowski

Quelle: HNA

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