Innenstadt in Gudensberg - Leerstand bietet auch Chancen

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Keine Sorge: Gudensbergs Bürgermeister Frank Börner lehnt am Schaufenster eines leer stehenden Geschäfts in Gudensbergs Fußgängerzone. Natürliche Fluktuation nennt er das und verweist auf die vielen Vorhaben für die Innenstadtbelebung.

Gudensberg. Bürgermeister Frank Börner streift durch die Innenstadt. Der Leerstand fällt ins Auge: fünf Geschäfte stehen derzeit in der Fußgängerzone leer. Sorgen mache er sich deshalb aber nicht: „Wir sehen den aktuellen Leerstand auch als Chance“, sagt er.

Der Geschäftemix sei immer noch hervorragend, es gebe eigentlich alles, was man brauche. Aber es komme nun mal vor, dass ein Geschäft nicht vermietet sei.

Nach Leerständen hätten sich zuletzt ein Spielwarengeschäft (Umzug und Erweiterung), eine Kaffeerösterei und ein Nudelfachgeschäft angesiedelt. „Unsere Innenstadt ist lebendig. Eine Fluktuation ist natürlich“, sagt Börner. Glücklicherweise sei der Drogeriemarkt Schlecker im ehemaligen Kaufhaus Trossbach geblieben. Dort gebe es tatsächlich Potenzial. „Wir können als Stadt aber auch nur Anregungen geben und Kontakte vermitteln.“

Fachgeschäfte für Innenstadt

Die Zusammenarbeit mit der Gewerbevereinigung sei gut. Aber es sei eben originär die Aufgabe des Eigentümers, Leerstand zu beheben. Man habe aber eine sehr klare Vorstellung davon, was man in der Innenstadt ansiedeln möchte: Fachgeschäfte mit einem Alleinstellungsmerkmal und innovative Dienstleister. Geschäfte, die Kunden binden, aber auch von auswärts anziehen. Die Schokolaterie und die Kaffeerösterei seien solche Geschäfte.

Ein Vorhaben der Stadt ist es, einen Regionalwarenladen zu etablieren. „Wir würden gerne Direktvermarkter der Umgebung in einem Laden ansiedeln.“ Das Angebot solle durch typische Produkte Nordhessens erweitert werden. Die Veranstaltung „Schmeckefuchs“ soll dafür auch Wegbereiter sein und die Kontakte herstellen. Dies sei aber ebenfalls Aufgabe der Gewerbevereinigung, die mit 2000 Euro unterstützt werde. Man wolle auch das Bemühen verstärken, junge Unternehmer an die Stadt zu binden oder nach Gudensberg zu holen. Als Service wird von Yvonne Ruppert eine kostenlose Existenzberatung angeboten. Die Stadt würde aber auch in der Folge beratend und unterstützend zur Seite stehen.

Pizzeria Carpaccio zieht um

Die Stadt versucht, im Hintergrund die richtigen Entscheidungen zu treffen. Der reibungslose Wechsel von Tegut zu einem Ausbau des Standortes mit Fachhändler und Discounter an der Freiheit ist ein Beispiel dafür. Das Projekt Innenstadtbelebung habe viele Aspekte und sei ein Prozess, betont Börner.

Die Neugestaltung des Zugangs zur Obernburg gehöre dazu, ebenso wie die Aussicht, dort ein gastronomisches Angebot zu schaffen. In das Restaurant „Bürgerhaus“ wird die Pizzeria Carpaccio mit einer erweiterten Außengastronomie einziehen, und die Kunstwerke der Fakultät „Angewandte Kunst“ der Hochschule aus Schneeberg werden die Fußgängerzone und die Altstadt weiter aufwerten, sagt Frank Börner.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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