Kunden und Mitarbeiter sollen gehalten werden

Insolvenzverwalter: Gute Signale für Fritzlarer Firma Anders-Metallbau

Dunkle Wolken: Die drohende Insolvenz soll von der Firma Anders-Metallbau abgewendet werden. Die Suche nach einem Investor läuft – der Betrieb auch. Foto: Zerhau

Fritzlar. Von guten Signalen spricht Insolvenzverwalter Dr. Hans-Jörg Laudenbach, wenn er über die Fritzlarer Firma Anders-Metallbau spricht. Das Unternehmen hatte Mitte Oktober einen Insolvenzantrag gestellt. Es sei gelungen, Kunden und Mitarbeiter zu halten und neue Projekte zu gewinnen, sagt Laudenbach.

Grund für den finanziellen Engpass des Unternehmens sei, dass Auftraggeber wochenlang nicht gezahlt hätten.

„Wir haben ein neues, großes Projekt mit einem Auftragsvolumen von 1,8 Millionen Euro gewonnen“, sagt Laudenbach. Der Bauherr leiste sogar eine Vorauszahlung, weil er unbedingt mit der Firma Anders arbeiten wolle. Überhaupt habe sich die Zahl der Aufträge von 21 auf 27 erhöht. Das sei gut, denn das Unternehmen wolle am Markt bleiben und wachsen.

Auch die Zusammenarbeit mit den Lieferanten funktioniere. Er hoffe, dass das so bleibt, denn die Firma sei von den Material-Lieferungen abhängig. „Wir dürfen nicht austrocknen“, so Laudenbach. Doch seien die Voraussetzungen dafür, dass das nicht passiert, sehr gut. „So macht das Arbeiten Spaß“, betont er. Man sei dabei, strukturiert nach einer Investorenlösung für das Unternehmen zu suchen. „Es gibt auch schon Gespräche“, so Laudenbach. Mehr könne er noch nicht sagen. Klar sei, dass das Unternehmen auf Dauer einen Investor brauche.

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Und ganz wichtig für die Mitarbeiter: Die Gehälter für September seien gestern angewiesen worden, betont der Insolvenzverwalter. Mit der Auszahlung des Geldes für Oktober könnten die rund 140 Beschäftigten dann in etwa anderthalb Wochen rechnen. Es gebe keine Verzögerung im Insolvenzverfahren, zeigte sich Laudenbach zufrieden.

Bislang hätten nur zwei Mitarbeiter gekündigt. „Wir wollen möglichst alle Mitarbeiter halten“, so Laudenbach. „Wir brauchen sie.“

Im Unternehmen zu bleiben, das rät auch die IG Metall ihren Mitgliedern, sagt IG Metall-Sekretär Wolfgang Otto im HNA-Gespräch. Es bringe nicht viel, wenn man wegen einer drohenden Insolvenz das Unternehmen Hals über Kopf verlasse. „Wir raten aber auch dazu, sich mit Bedacht nach einem anderen Arbeitsplatz umzuschauen“, fügt er an. Damit man eine Perspektive habe, falls doch etwas schief gehe. „Es ist immer gut, hellhörig zu sein“, sagt Otto.

Das Ziel bei Anders-Metallbau sei, den Betrieb komplett zu erhalten. Daher sei es wichtig, dass die Fachkräfte bleiben und nicht abwandern. Sollte ein Investor gefunden werden, müsse man genau hinsehen. „Es muss klar werden, welche Ziele er hat, wie die Mitarbeiter betroffen sein werden.“

Derzeit sei das Unternehmen wie eine riesige Blackbox. „Man muss abwarten, was die Auswertung hervorbringt“, sagt Otto. Mit einem Informationsblatt hat sich die Gewerkschaft an ihrer Mitglieder gewandt. Darin erfahren sie, was zu tun ist, wenn ein Arbeitgeber in Zahlungsschwierigkeiten kommt. Vor allem aber hoffe man bald auf weitere gute Signale, so Otto.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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