17 Menschen aus zehn Nationen haben teilgenommen

Integrationskurs in Ziegenhain: Ein Baustein für das Berufsleben

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Geschafft: Die Teilnehmer des Integrationskurses sind froh und glücklich, ihre frisch erworbenen Sprachdiplome in Händen halten zu können.

Ziegenhain. Gute Laune versprühten kürzlich die Teilnehmer des Integrationskurses der Volkshochschule Schwalm-Eder in den Beruflichen Schulen.

Mit der Prüfung im Bereich „Leben in Deutschland“ sind sie nach fast elf Monaten gemeinsamen Lernens an ihrem Zwischenziel angekommen.

Die ersten 600 Unterrichtsstunden büffelten sie deutsche Vokabeln. Sie übten in kleinen Rollenspielen, wie sie mit anderen über das Wetter plaudern, einen Einkauf erfolgreich absolvieren oder in einer fremden Stadt nach dem Weg fragen. „Ziel des B1-Sprachzertifikats ist es, sich in alltäglichen Situationen sprachlich ausdrücken zu können“, sagte Hille Hobbiebrunken-Oltmer von der Volkshochschule.

In den letzten 100 Stunden des Integrationskurses vertieften sich die Teilnehmer in die Rechtsordnung und Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Themen wie Gleichberechtigung, Toleranz und religiöse Vielfalt kamen zur Sprache. Unter der externen Aufsicht von Hans Drenkhahn schrieben die Teilnehmer einen Test. „Ich bin für das Bundesamt für Migration die Garantie, dass keiner schummelt“, sagte Drenkhahn.

Ibrahim Faris plant bereits den nächsten Sprachkurs. „Ich möchte eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann beginnen, dafür muss ich gut Deutsch sprechen“, sagt der 23-jährige Kurde, der zusätzlich Englisch, Arabisch, Kurdisch und Türkisch spricht. Ein Praktikum in einem Telefonladen sei bereits sehr gut gewesen, jetzt hoffe er, einen Platz in einem Modegeschäft zu finden.

Seine Sprachkenntnisse weiter vervollkommnen möchte auch Kassem Aladawi. „Ich benötige für mein Zahnmedizinstudium das C1-Sprachniveau“, sagte der 24-jährige Syrer. Der Integrationskurs habe ihm viel Spaß bereitet, er sei jeden Morgen gespannt gewesen, was er lernen dürfe. „Ich bin jetzt Mitglied der Feuerwehr Görzhain“, berichtete der junge Mann.

Das höchste internationale Sprachniveau C2 zu erreichen, ist das erklärte Ziel von Nour Shamsi: „Ich habe in Syrien 14 Jahre als Lehrerin gearbeitet und möchte auch in Deutschland wieder unterrichten.“ Die 34-jährige flüchtete mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern aus Aleppo und lebt seit knapp zwei Jahren in Deutschland. „Gestern habe ich meinen Vertrag als Dolmetscherin mit der Volkshochschule unterschrieben“, sagte die Syrerin. Sie gehöre nun zum Dolmetscherpool.

Die Dozenten Simone Wicker und Armin Nagengast sind über die Zukunftspläne ihrer Kursteilnehmer sehr zufrieden. „Am Anfang ist eine bunt gemischte Lerngruppe aus verschiedenen Nationen und unterschiedlichen Bildungsniveaus eine große Herausforderung“, sagte Nagengast. „Mit unserem differenzierten Unterricht erreichen wir aber alle.“

Quelle: HNA

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