Kurs für Einsteiger geplant

Interesse an Hühnerhaltung ist gewachsen

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Machte Garten- und Gewächshaus zu Hühnerställen: Sabine Pfennig aus Naumburg zieht ihre Hühner selbst auf, das Schlachten übernimmt der Ehemann.

Fritzlar-Homberg. Immer mehr Menschen interessieren sich für die Hühnerhaltung. Der Kreisverband der Geflügelzüchter bietet jetzt einen Einsteigerkurs an.

„So etwas würde ich auch essen“, dachte sich Sabine Pfennig, nachdem sie vor fünf Jahren eine Dokumentation über ökologische Tierhaltung gesehen hatte. Und kurzerhand baute die bis dato vegetarisch lebende Naumburgerin ihr Gewächshaus in einen Hühnerstall um.

Fünf Hennen und ein Hahn zogen ein. Mittlerweile tummeln sich 120 Hühner verschiedener Rassen im Garten der Familie Pfennig, bei der, wie in vielen anderen Familien, mehrmals in der Woche Fleisch auf den Tisch kommt. Der Unterschied: Statt Rind, Schwein oder Kalb wird hier ein belgisches Rassehuhn zu Leberwurst, Bratwurst oder Gehacktem verarbeitet.

Sabine Pfennig und ihr Mann sind Jungzüchter – und liegen damit voll im Trend. Denn immer mehr Menschen, die bislang nicht das Geringste mit Hühnern am Hut hatten, werden dieser Tage zu Geflügelhaltern. Die einen, um sich die Rente mit einem sinnvollen Hobby zu versüßen. Andere, weil sie bei dem Gedanken an Supermarkteier und Industriehähnchenfleisch höchstens Bauchschmerzen bekommen.

„Das Interesse ist einfach da“, sagt Gerhard Hohmann, Vorstandsvorsitzender des Geflügelzuchtvereins Fritzlar. „Immer mehr Menschen wollen in Zeiten von Massentierhaltung und fraglicher Biotierhaltung etwas verändern – und zu Selbstversorgern werden“, so Hohmann. Zusammen mit dem Kreisverband der Rassegeflügelzüchter Schwalm-Eder hat der Ortsverein daher für Anfang Mai einen „Einsteigerkurs Geflügelhaltung“ geplant.

Dabei wolle man den Einsteigern die wichtigsten Grundlagen der Geflügelhaltung vermitteln – und im Idealfall dazu bewegen, sich Rassehühner anzuschaffen. Denn die wurden mittlerweile weitgehend von sogenannten „Hybridhühnern“ ersetzt, also Mischlingen, die speziell für den Einsatz in der industriellen Landwirtschaft gezüchtet wurden.

Alte, einheimische Geflügelrassen, die noch vor 1930 in Deutschland gezüchtet wurden, stehen dagegen auf der Roten Liste und sind vom Aussterben bedroht.

„Man kann in jedem Garten Hühner halten“, sagt Jungzüchterin Sabine Pfennig. „Alles, was man braucht, ist ein trockener, winddichter Hühnerstall.“, so Pfennig, die ebenfalls ein altes Gartenhaus in einen Hühnerstall verwandelt hat. Auch die Kosten seien überschaubar: „Ein Huhn kostet zwischen fünf und zehn Euro. Ein Kilogramm Futter bekommt man im Fachhandel für 20 Euro.“ Gerhard Hohmann rät Anfängern zu Zwerghühnern, beispielsweise einem Zwerglachshahn: „Die sind ruhig, verträglich und fressen einem aus der Hand“, sagt der gebürtige Fritzlarer, der bereits als kleiner Junge „aufs Huhn gekommen“ und von der Masthaltung auf die konventionelle, also nicht industrielle Hühnerhaltung, wie sie noch in den 50er Jahren gebräuchlich war, umgestiegen ist. Obwohl auf seinem 3200 Quadratmeter großen Hof alles auf eine professionelle Geflügelzucht hindeutet, betreibt der Vollzeitmitarbeiter der Diakonie Baunatal das Ganze nur zum Spaß: „Da kann man sich prima einen Stuhl danebenstellen und einfach mal runterkommen“, sagt Hohmann und blickt dabei auf seine Hühner, die sich in der Mittagssonne rekeln.

Einsteiger-Kurs

Kreisverband bietet Kurs für Einsteiger Der Kreisverband Schwalm-Eder der Geflügelzüchter bietet für Samstag, 5. Mai, einen Einsteigerkurs an. Er findet ab 14 Uhr in den Räumen des Borkener Bürgerhauses statt. Die Veranstaltung dauert etwa zwei Stunden. Danach können Fragen gestellt werden. Um Anmeldungen wird gebeten. Kontakt: Rudolf Ehrhardt, Tel. 0 56 22/9 14 91 66

Quelle: HNA

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