Internationalen Museumstag am Sonntag, 18. Mai

Gensunger Museum präsentiert Raritäten

Gensungen. Von der Bibel aus dem Jahre 1691 über das Steuerkataster von 1747 bis zum Edikt König Jérômes schlummern im Gensunger Museum viele Schätze aus der Heimat. Schätze, die die Arbeitsgemeinschaft für Vor- und Frühgeschichte aufbereitet hat und nun zum Internationalen Museumstag am Sonntag, 18. Mai, präsentiert.

Am 18. Mai sind bei freiem Eintritt das Museum an der Bahnhofstraße 12 und das Tagelöhnerhaus an der Grebengasse von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Das Museum im alten Bürgermeisteramt und das Tagelöhnerhaus sind Schatzkammern der besonderen Art. Das aus dem 18. Jahrhundert stammende Tagelöhnerhaus war bis in die 1990er-Jahre bewohnt. Hier zeigt die 1973 gegründete, heute 102 Mitglieder zählende Arbeitsgemeinschaft eine volkskundliche Ausstellung mit Webstube, kleiner Schusterwerkstatt, Wohn- und Schlafraum. Das spiegelt die Wohnsituation der Menschen in früherer Zeit wider, die sich bei Bauern oder in gewerblichen Betrieben als Tagelöhner verdingten.

Im Museum und im Tagelöhnerhaus werden am Sonntag Führungen angeboten. Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten zählt auch das Gesetzes-Bulletin Nummer 28, das König Jérôme Bonaparte am 31. März 1808 erlassen hatte. Bonaparte war ein Bruder Napoleons und regierte von 1807 bis 1813 das Königreich Westfalen.

Besucher können am Sonntag den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft für Vor- und Frühgeschichte über die Schultern schauen, wie sie archäologische Funde restaurieren, zeichnen, fotografieren und inventarisieren. Vor allem die jüngeren Gäste dürfen im Keller ausprobieren, wie die Menschen in der Steinzeit lebten. Zu den Archivalien gehört auch das Melsunger Wochenblatt seit 1880.

In Gensungen gibt es am Sonntag auch Informationen zu den Themen Hessen- und Weißstickerei, Stricken, Häkeln, Sticken und Spinnen. Präsentiert wird dies in drei Pavillons zwischen Museum und Tagelöhnerhaus. Die Brauchtumsgruppe Felsberg und Haro Renner unterstützen diese Aktion. Im Innenhof des Museums werden Kaffee und selbst gebackener Kuchen angeboten.

Von Manfred Schaake

Termine:

Auf den archäologischen Pfaden in und rund um Gensungen bietet die Arbeitsgemeinschaft für Vor- und Frühgeschichte in diesem Jahr acht Führungen an . Die nächste ist am Samstag, 7. Juni, ab 10.20 Uhr zur Höhensiedlung auf dem Rhündaer Berg. Am Samstag, 28. Juni, findet in Gensungen der so genannte Scherbenkongress statt. Ehrenamtliche Mitarbeiter der hessischen Landesarchäologie treffen sich zum Erfahrungsaustausch. Eine Abteilung der Arbeitsgemeinschaft ist der Geschichtsverein Felsberg, der am Samstag, 12. Juli, ab 14 Uhr 50-jähriges Bestehen feiert mit Ehrungen, Grußworten und einem Vortrag von Dr. Dirk Richhardt aus Homberg. Er spricht über das Thema Hessen im Spätmittelalter, der Sternenkrieg. (m.s.)

Quelle: HNA

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