Warenlieferung ins Dorfgemeinschaftshaus

Internet-Dorfladen in Gilserberg: Per Mausklick gibt's Lebensmittel für alle

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Innovatives Projekt: von links Rita Stüning, Renate Kuntz, Thekla Spielmann, Elfriede Gössel, Lothar Dietrich, Elfriede Dietrich, Hans-Werner Kreuzer sind für den Internet-Dorfladen Feuer und Flamme. Andre Herzog (erster von rechts) und Marc Viehmann (dritter von rechts) von der VR-Bank überbrachten eine Spende von 500 Euro. Mit dem Geld soll ein Kühlschrank gekauft werden.

Gilserberg. Was Amazon kann, können die Schönauer schon lange: Um die Grundversorgung für die Menschen im Dorf sicherzustellen, hat der Ort jetzt einen Internet-Dorfladen.

Die Liste der dort online über den Hephata SB-Laden bestellbaren Produkte ist 70 Seiten lang. Von der Druckerpatrone über Backwaren und Deoroller bis hin zu Süßigkeiten und Obst bekommt man sämtliche Artikel des täglichen Bedarfs. Lediglich Tiefkühlprodukte gehören nicht zum Sortiment.

Das Projekt

Das Projekt Dorfladen sei im Rahmen der von 2009 bis 2016 laufenden Dorferneuerung entstanden, erklärt Schönaus Ortsvorsteher Lothar Dietrich. Der letzte Tante Emma Laden in dem 250-Einwohner-Dorf, das zu Gilserberg gehört, schloss schon Anfang der achtziger Jahre. Irgendwann war die Idee geboren, einen Internet-Dorfladen zu gründen. Hans-Werner Kreuzer arbeitet passenderweise im Diakoniezentrum Hephata, im Bereich Wirtschaft und Versorgung, und stellte den Kontakt her.

Die Bestellung

Die Bestellung ist denkbar einfach und erfolgt per Email. Auf der Homepage des Ortes finden sich unter der Rubrik „Internet Dorfladen“ Listen für Lebensmittel und sogenannte Non-Food-Artikel zum Herunterladen. Dank der Kooperation mit Hephata bekomme man alles aus einer Hand, lobt Dietrich. Wer mit moderner Technik nicht so vertraut ist, kann seine Einkaufsliste auch klassisch auf einen Bestellbogen schreiben und am Dorfgemeinschaftshaus in den Briefkasten werfen. Egal ob digital oder schriftlich: Stichtag ist immer Dienstag, 19 Uhr. Der Mindestbestellwert betrage lediglich 10 Euro, pro Bestellung werde eine Servicegebühr von 1,50 Euro erhoben, sagt Elfriede Gössel: „Bei AmazonFresh muss man für mindestens 40 Euro einkaufen.“

Die Einkaufstüte ist Geschichte: Dank der roten Kiste können Einkäufe aus dem Internet-Dorfladen bequem nach Hause transportiert werden.

Die Auslieferung

Die bestellte Ware wird im Hephata-SB-Laden konfektioniert und freitags von Kreuzer nach Schönau gefahren und ausgegeben. Gemeinsam mit Kreuzer und Gössel engagieren sich auch noch Thekla Spielmann und Bettina Grötz ehrenamtlich im Team des Internet-Dorfladens. Grötz sei für die Koordination der Bestellungen zuständig.

Zwischen 16 und 17 Uhr können die Waren im DGH abgeholt werden. Man habe sich bewusst dazu entschieden, nicht an der Haustür auszuliefern, sagt der Ortsvorsteher: „So schaffen wir auch einen sozialen Treffpunkt im Ort. Wenn jemand eine halbe Stunde länger bleiben will, dann kann er das machen. Die Dorfstube hat direkt im Anschluss geöffnet.“

Konzept für alle

Bislang kaufen zehn Schönauer regelmäßig online ein. So mancher hätte noch etwas Scheu, vermutet Gössel: „Die Leute müssen erst sehen, dass es gut ist.“ Der Internet-Dorfladen sei für alle Einwohner, betont Dietrich: „Wenn es nur die Älteren nutzen, trägt sich das Konzept nicht.“

Quelle: HNA

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