Regionalmanagerin sucht Mitstreiter für digitales Portal

Internetarchiv soll Geschichte des Altkreises Melsungen bewahren

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Beispiel Malsfeld: Regionalmanagerin Marion Karmann vor dem Gebäude, das der Verein für Dokumentation und Archivierung in Malsfeld nutzt. Der Verein hat mit seinem Internetportal ein Modellprojekt geschaffen, das laut Karmann Vorbild für den gesamten Kreisteil Melsungen sein könnte. 

Melsungen. Ein digitales Geschichtsarchiv, auf das jeder rund um die Uhr zugreifen kann - das plant die Geschäftsführerin der Regionalentwicklungsgesellschaft Mittleres Fuldatal, Marion Karmann, für den gesamten Kreisteil Melsungen.

Die Internetseite mit Artikeln über die Geschichte der Städte und Gemeinden, historischen Fotos und Dokumenten soll laut Karmann möglichst schon 2019/2020 an den Start gehen. Ziel sei die Vernetzung der örtlichen Geschichte zur besseren Recherche.

Vorbild für das Projekt soll das Archiv des Malsfelder Vereins für Dokumentation und Archivierung sein. Seit Juli vergangenen Jahres bekommen Besucher des Portals www.archiv-malsfeld.de zahlreiche historische Informationen über die Gemeinde. Die Seite bildet sämtliche geschichtlichen Ereignisse ab.

Unterstützung gesucht

Um das Portal für den gesamten Kreisteil auf die Beine zu stellen, erfordere es die Unterstützung der einzelnen Orte, sagt Karmann. "Jeder Ort, der am digitalen Archiv Interesse hat, kann teilnehmen."

Für die Finanzierung des Projekts biete sich die Gründung eines Vereins an. Mögliche Partner und Sponsoren könnten Vereine und Verbände, die Kirche, Genossenschaften, Sparkassen und Raiffeisenbanken sowie das Gewerbe sein. Die Landesregierung stelle auch Fördergeld in Aussicht, sagt Karmann. "Ich möchte einen Anstoß geben und helfe gern, das Projekt umzusetzen", sagt die Regionalmanagerin.

In fast allen Städten und Gemeinden gebe es neben den Chroniken der Vereine, des Gewerbes und der Region auch viele private Schätze wie zum Beispiel Fotos, Videos und Dokumente.

"Viele Ereignisse der Geschichte bleiben häufig in Kellern und auf Dachböden verborgen und können bestenfalls vor Ort betrachtet werden."

Dokumente vor Verfall bewahren

Ziel des digitalen Archivs ist es, die bewegte und interessante Geschichte einer Region von der Frühzeit bis in die Gegenwart für alle Interessenten aufzubereiten und digital zugänglich zu machen. Marion Karmann und die Gesellschaft für Marketing, Medien und Kommunikation (GMM), die das Malsfelder Pilotprojekt unterstützt, nennen die wichtigsten Punkte:

  • Dokumente werden dauerhaft verlustfrei gespeichert,
  • zeit- und ortsunabhängige Erreichbarkeit,
  • Erschließung neuer Zielgruppen,
  • Zentralisierung von historischen Dokumenten.

Erfolgversprechend seien Portal-Lösungen, da die Bevölkerung an die Nutzung solcher Webseiten gewohnt sei und die Bandbreiten der Internetanschlüsse keine Einschränkungen mehr darstellten. Das Onlineportal ermögliche außerdem den Zugang zur jüngeren Zielgruppe, die Inhalte häufig digital konsumiere.

An Fotos, Berichten und Urkunden, die über Jahre im Keller oder auf dem Dachboden liegen, nage der Zahn der Zeit, sagt Marion Karmann. „Das macht sie vergänglich.“ Die Digitalisierung sei die Lösung für dieses Problem. 

Vorbild ist Malsfelder Archiv

Im Juli 2016 ging das digitale Geschichtsarchiv des Malsfelder Vereins - das Vorbild für das geplante Digitalarchiv für den Kreisteil ist - an den Start. Der Verein hatte sich im Jahr 2015 gegründet, um gemeinsam die Geschichte ihres Ortes digital für die ganze Welt zugänglich zu machen. Mit Erfolg: Im ersten halben Jahr hatte die Seite bereits mehr als 20.000 Seitenaufrufe. Im neuen Portal sollen nicht nur Texte veröffentlicht werden, sondern vorrangig auch historische Bilder und Originaldokumente, Tonaufnahmen und Videos, sodass ein Multimediaarchiv entsteht. Ein digitales Lexikon über Ereignisse in der Region bietet auch das HNA-Regiowiki.

• Kontakt:Wer sich am Digitalarchiv für den Altkreis Melsungen beteiligen möchte, wendet sich an die Regionalentwicklungsgesellschaft Mittleres Fuldatal, Marion Karmann, Rathaus Malsfeld, Tel. 05661/500291, E-Mail: info@foerderregion-mittleres-fuldatal.de, www.foerderregion-mittleres-fuldatal.de

Quelle: HNA

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