Interview: FDP-Chef Sänger über den Kurs der Sozialdemokraten im Kreis Kassel

Björn Sänger

Kreis Kassel. Die FDP hätte der SPD zu einer Mehrheit im Kreistag verhelfen können. Die Genossen haben sich gegen Bündnisse entschieden und setzen auf wechselnde Mehrheiten. Über mögliche Gründe für die Absage an die FDP sprach HNA-Redakteur Peter Ketteritzsch mit dem Kreisvorsitzenden der Liberalen und Bundestagsabgeordneten Björn Sänger.

Herr Sänger, wie beurteilen Sie die Entscheidung der SPD?

Björn Sänger: Die Entscheidung der SPD für wechselnde Mehrheiten hat uns überrascht. Wir hatten nach den Sondierungsgesprächen ein gutes Gefühl. Es gab keine Differenzen, die eine Zusammenarbeit unmöglich gemacht hätten. Im Kreistag haben wir die Politik der SPD stets

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konstruktiv-kritisch begleitet. Nach den negativen Erfahrungen mit wechselnden Mehrheiten in der Stadt Kassel muss man sich schon wundern, dass sich die Sozialdemokraten für diesen Weg entschieden haben.

Sie wollten einen ehrenamtlichen Beigeordneten.

Sänger: Ja. Wir wollten Verantwortung in der Kreisverwaltung übernehmen. Uns schwebte ein ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter vor, der für ein konkretes Ressort zuständig sein sollte.

Steht die FDP weiterhin für eine Koalition mit der SPD zur Verfügung, sollte es mit den wechselnden Mehrheiten nicht funktionieren?

Sänger: Die Tür ist nicht zu. Das wäre in einer Demokratie töricht und würde dem Wählerauftrag auch nicht gerecht. Die FDP ist bereit, Verantwortung zu übernehmen.

Quelle: HNA

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