Kabarettistin tritt in Gudensberg auf

Interview mit Nessi Tausendschön: Skurril-poetischer Auftritt mit Musik

+
Ein Abend mit viel Wortwitz und Musik: Nessi Tausendschön und William Mackenzie treten in Gudensberg auf  

Gudensberg. Das Paradies von Nessi Tausendschön ist voller Kabarett, Politik, Zeitgeist, Musik und Tanz – vor allem, wenn die Künstlerin auf der Bühne steht.

Wir haben die Diseuse vor ihrem Auftritt in Gudensberg gesprochen.

Ihr aktuelles Programm heißt „Knietief im Paradies“. Was erwartet das Publikum in Gudensberg?

Nessi Tausendschön: Diese drei Worte wecken natürlich Assoziationen, zum Einen „knietief in der Scheiße“ und zum Anderen „mitten im Paradies. Das sind die beiden Pole, zwischen denen sich die Menschen bewegen. Mal geht es gut, mal geht es schlecht, aber mit beidem muss man zurechtkommen. Und darum kreist mein Programm in Gudensberg.

Wie stellen Sie sich das Paradies vor?

Tausendschön:Mein Paradies hat eine intakte Umwelt. Dort leben Menschen friedlich und hilfsbereit miteinander.

Sie haben sich ihren Künstlernamen in Anlehnung an den volkstümlichen Namen des Gänseblümchens ausgesucht.

Tausendschön: Ich glaube, ich habe viel mit dem Gänseblümchen gemeinsam. Es ist robust, eigentlich ziemlich einfach und wächst wild und ist dadurch sehr widerstandsfähig.

Als Kabarettistin setzen sich nicht nur auf Weiblichkeit, sondern trauen sich auch, laut zu werden. Ist das nötig?

Tausendschön:Ja, natürlich. Egal, ob als Kabarettistin oder als Frau – wenn zum Beispiel die Ungerechtigkeit auf der Welt überhandnimmt, muss man darüber sprechen und wenn es nötig ist, auch laut.

Nach der Wahl von US-Präsident Donald Trump hatten Sie keinen „Appetit mehr auf Satire“. Haben Sie ihren Appetit wiedergefunden?

Tausendschön: Ich war in einer Schock-Starre, wie viele andere Menschen auch. Das Lustige ist aber ja, dass Trump Kabarettisten unendlich viel Material liefert. Und deshalb sage ich: „Make Kleinkunst great Again!“

Wie hat sich die Branche in ihren vergangenen 20 Jahren auf der Bühne verändert?

Tausendschön: Es ist ein ständiges Auf und Ab wie immer. Junge Leute stürmen die Bühnen dieser Republik und das ist gut so. Die Etablierten machen auch weiter, es gibt weiterhin Themen in Hülle und Fülle. Wir konkurrieren mittlerweile mit Hundetrainern, Köchen und manchmal auch einfach nur schmerzlos lustig sein wollenden Mutigen. Manche Texte, über die früher gelacht wurde, funktionieren heute nicht mehr. Humor ist aber glücklicherweise verschieden, mit guten Humor – und meine Spezialitäten sind Spontaneität, Mutwilligkeit und Wortwitz – kann man sein Publikum immer noch zum Lachen bringen.

Sie bringen „skurril-poetisches Musiktheaterkabarettvarieté mit akrobatischen Einlagen“ auf die Bühne. Muss man r heute alles können?

Tausendschön: Nein, das glaube ich nicht. Das Tolle an Kleinkunst ist, dass je nach Fähigkeiten und Interessen, der Kabarettist sich seine eigenen Schwerpunkte setzen kann. Manch einer ist sehr politisch, andere setzen eher auf Musik. Ich habe mich dafür entschieden, auf der Bühne zu tanzen und zu singen, weil ich meine eigene Regisseurin bin. Und mein Bühnenpartner William Mackenzie begleitet mich auf der Gitarre.

Nessi Tausendschön tritt am Mittwoch, 8. März, ab 19.30 Uhr im Bürgerhaus in Gudensberg auf. Tickets kosten im Vorverkauf 24 Euro, an der Abendkasse 26 Euro und können beim HNA-Kartenservice unter Tel. 05 61/20 32 04 und bei Bürgerbüro in Gudensberg, Tel. 0 56 03/93 30 erworben werden. Infos unter www.fraukestehl.de

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare