Vortrag bei der Senioren-Union Schwalm-Knüll: Bankbetriebswirt informierte über die Euro-Krise

Investieren in Schmuck und Immobilien

Schwalm. „Wie sicher ist unser Geld?“: Zu einem Vortrag zu diesem Thema hatte jüngst die Senioren-Union Schwalm-Knüll in den Hof Weidelbach in Ziegenhain eingeladen. Als Referent war Diplom-Bankbetriebswirt Manfred Schnell von der VR Bank Hessenland eG Alsfeld mit dabei.

„Trotz der Probleme – der Euro hat eine Chance, eine sichere Währung zu bleiben“, sagte Schnell. Die Einführung des Euros habe im Jahre 2002 seiner Zeit wie ein Konjunkturprogramm gewirkt. Die südeuropäischer Staaten profitierten von der hohen Bonität der nördlichen Eurostaaten, insbesondere von Deutschland. Hierdurch sanken die vormals hohen Zinsen auf ein niedriges Niveau.

Die südeuropäischen Staaten gewannen an Stabilität, die Zinsen für Kredite sanken. Es wurde mehr in Konsum investiert als in strukturelle Verbesserungen der Industrie. Folgen waren die Immobilienkrisen in Irland und Spanien. Diese führten dann zur Bankenkrise, da die Hypotheken nicht mehr bedient werden konnten.

Deutschland haftet zur Zeit mit 190 Milliarden Euro, erklärte der Bankexperte. Hauptlast tragen vor allem die Staaten, denen es noch wirtschaftlich gut geht. Das sind Deutschland, Holland, Österreich und Finnland. Der Vertrag von Maastricht gibt eine Verschuldungsobergrenze von 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukt vor und erlaubt eine Neuverschuldung von drei Prozent. In Deutschland liegt die Verschuldung heute bei 80 Prozent, in Griechenland bei 160 Prozent, in Japan bei 220 Prozent.

Steigende Verschuldung

Bei steigender Verschuldung nehmen die Einnahmen des Staates ab, da das Wirtschaftswachstum wegen Sparmaßnahmen zurückgeht. In dieser Phase befinden sich einige südeuropäische Staaten, in einigen Ländern hat die Rezession schon eingesetzt.

Auswege aus der Verschuldung können sein: Wirtschaftswachstum, Steuererhöhungen, Sparen, Repression. Hierbei liegen die Marktzinsen für sichere Geldanlagen unterhalb der Inflationsrate. Dies führt zu einem negativen Realzins.

Schnell gab Ratschläge, wie Ersparnisse erhalten werden könnten. Bei Geldanlagen müsse man umdenken. Sparer müssen zu Anlegern werden. Hier bieten sich für Geldanlagen Aktien, Immobilien, Kunst, Schmuck, Antiquitäten, Gold, Silber, Anleihen oder auch Währungsanlagen außerhalb Europas an. Die Schwerpunkte der Geldanlagen haben sich verändert. „Die Vermögensarchitektur sollte eine Mischung verschiedener Anlagenmöglichkeiten sein“, sagte Schnell. (jkö)

Quelle: HNA

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