Einst Markierung des Dreiländerecks

Bei Ippinghausen wird an historischer Stelle wieder ein Grenzstein aufgestellt

Noch steht der neue Grenzstein unter Dach: Jochen Kohlhepp (Kasseler Sparkasse), Ortsvorsteher Norbert Schröder und Dirk Lindemann (von rechts) begutachten gemeinsam mit Steinmetzin und Handwerksdesignerin Laura Leffringhausen den bearbeiteten Sandstein. An der rechten Steinseite ist der hessische Löwe eingearbeitet. Fotos: zih

Ippinghausen. Einst markierte ein dreieckiger Grenzstein das Dreiländereck im Langen Rod in der Gemarkung Ippinghausen. Dort entspringt auch der Elbebach.

Auf den Seiten des mächtigen Buntsandstein prangte mit der Jahreszahl 1739, beziehungsweise 1727 das Wappen der jeweiligen Landbesitzer: der hessische Löwe, der Waldecker Stern und das Mainzer Rad. Ippinghausens Ortsvorsteher Norbert Schröder: „Vor rund 30 Jahren ist der alte Grenzstein von der Bildfläche verschwunden, irgend jemand muss in ausgebuddelt und mitgenommen haben.“

Neuer Grenzstein im „Dreiländereck“ im Langen Rod in Ippinghausen - das Waldecker (links) und Mainzer Wappen.

Doch bald aber wird dort wieder ein neuer Grenzstein das frühere Dreiländereck markieren, dank des Ippinghäuser Arbeitskreises Chronik mit Norbert Schröder und Dirk Lindemann an der Spitze. Sie gingen nicht nur auf geschichtliche Spurensuche, sondern fanden auch Sponsoren für das insgesamt 4000 Euro teure Projekt. Die Hälfte dieses Betrags bekamen sie von der Stiftung Kultur der Kasseler Sparkasse.

Der neue Grenzstein sollte natürlich wie schon das verschwundene Original aus Buntsandstein aus der hiesigen Region sein. Fündig wurden sie beim Wolfhager Steinmetzmeister Wolfgang Leffringhausen, der das Passende vorrätig hatte: einen aus einem großen Block vor 150 Jahren gebrochenen Stein.

Diesem gab Steinmetzin Laura Leffringhausen in rund 100 Arbeitsstunden nicht nur die Form, statt drei- aber viereckig, sondern schlug in Feinarbeit auf drei Seiten die einstiegen Landeswappen mit der Jahreszahl 1739, beziehungsweise 1727.

Auf der Rückseite des neuen Grenzsteins wurde eine Erinnerungstafel eingepasst. Sie weist darauf hin, dass dort bis 1803 die Grenze zwischen Hessen, der Grafschaft und nach 1712 dem Fürstentum Waldeck und dem mainzischen Naumburg verlief.

1266 hatte der Edelfreie Wittekind von Naumburg seine Ländereien an Erzbischof Werner von Mainz verkauft, Naumburg blieb bis 1802 eine Mainzer Exklave und wurde dann preußisch. Norbert Schröder: „Das sich im Langen Rod befindliche Elbetal auf hessischer Seite wird seit dem 14. Jahrhundert bis heute als Fürsteneck bezeichnet.“

Seinen Platz an altem Standort wird der neue Grenzstein im kommenden Frühjahr finden. Norbert Schröder: „Ich könnte mir vorstellen, dass dies mit einem Volkswandertag und Festakt am 1. Mai 2016 über die Bühne gehen kann.“

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare