Mehrere Tage und Nächte waren sie auf der Pirsch

Jäger erlegten im Revier 130 Füchse und Waschbären

Beute gemacht: Klaus (links) und Sascha Zyweck aus Wettesingen liefern ihre Strecke an.

Altenhasungen. Mehrere Tage und Nächte waren die Jäger in allen Revieren des Altkreises Wolfhagen auf der Pirsch um Raubwild – Füchse, Dachse, Waschbären, Krähen und Elstern – zu erlegen.

Altenhasungen. Mehrere Tage und Nächte waren die Jäger in allen Revieren des Altkreises Wolfhagen auf der Pirsch um Raubwild – Füchse, Dachse, Waschbären, Krähen und Elstern – zu erlegen. Am Sonntagmorgen wurden die erlegten Tiere im Hof der Altenhasunger Gaststätte „Zum Bärenberg“ präsentiert. Das Bläsercorps des Kreisjagdvereins intonierte dazu das traditionelle Halali als letzten waidmännischen Gruß.

Bei aller Jägerromantik hatte die Streckenlegung aber auch einen ernsten Hintergrund. „Wir leben“, sagte Jagdleiter Joachim Wadsack (Zierenberg), „in keiner Natur-, sondern in einer Kulturlandschaft, in der die Selbstregulierung nicht mehr funktioniert. Deshalb ist die Jagd unabdingbar, ist Naturschutz.“ Denn gejagt – insgesamt 111 Jäger hatten sich an der Ansitzjagd beteiligt – werde nicht aus Spaß am Töten von Wildtieren. Jagd und Hege in einer Kulturlandschaft sicherten die Lebensgrundlagen der freilebenden Tiere und ermöglichten die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen, betonte Wadsack. „Jäger tun also etwas für die Natur, sie erhalten unsere heimischen Wildarten.“

Das Ergebnis der alljährlich stattfindenden revierübergreifenden Ansitzjagd, in diesem Jahr inzwischen zum 18. Mal, findet immer nach der Paarungszeit des Rehwilds statt. Zur Strecke gebracht wurden diesmal mehr als 130 Tiere, davon 40 Füchse, 90 Waschbären und einige Wildschweine. Dachse und Krähenvögel wurden diesmal nicht erlegt.

Joachim Wadsack: „Das Raubwild stellt durch die steigende Population in der Natur eine immer größer werdende Bedrohung für die heimische Vogelwelt und für das Niederwild dar.“ Zudem verursachten vor allem Waschbären in Gärten und Wohngebäuden immense Schäden.

Deshalb fordere der Landesjagdverband Hessen von der Hessischen Landesregierung eine sofortige Aufhebung der Schonzeit für Jungwaschbären und die Umsetzung der EU-Verordnung vor invasiven Arten. Nach der im April 2016 in Kraft getretenen neuen Jagdverordnung stehe nämlich der Waschbär vom 1. März bis zum 31. Juli unter Schonzeit. Wadsack: „Für viele Hausbesitzer, insbesondere hier in Nordhessen, ist das eine Katastrophe. Gerade der Waschbär hat sich in unserer Region explosionsartig vermehrt und richtet enorme Schäden an Gebäuden, Grundstücken und Gartenanlagen an.“

Bis vor drei Jahren wurde das erlegte Raubwild vom Veterinäramt des Landkreises Kassel eingesammelt und auf Tollwut untersucht. Jetzt müssen die Jäger die Tiere selbst entsorgen.

Quelle: HNA

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