Forstamtsjagden ab 1. April bleifrei – Jagdverein noch skeptisch

Bleigeschosse belasten Lebensmittel

Wolfhager Land. Wildfleisch ist gerade in Zeiten von Lebensmittelskandalen ein wertvolles Nahrungsmittel, das auch Verbraucher im Wolfhager Land zu schätzen wissen. Und doch gehören Wildschwein, Reh und Hirsch zur Gruppe der am höchsten mit Blei belasteten Lebensmittel.

Ursache dafür sind vor allem die bei der Jagd verwendeten Bleigeschosse. Bereits kleine Bleisplitter und der Bleiabrieb im Fleisch führen zu bedenklichen Dosen des Umweltgiftes in der Nahrungskette.

Laut Uwe Zindel, Leiter des Forstamtes Wolfhagen, werde deshalb bei den Forstamtsjagden im Staatswald ab dem 1. April zum Schutz von Mensch und Umwelt mit bleifreier Munition auf die Pirsch gegangen.

„Bereits seit zwei Jahren haben wir den Einsatz der Bleimunition immer weiter reduziert“, sagt Zindel. Alternativ kämen jetzt Kupfer-, Messing- oder Stahlgeschosse zum Einsatz.

Die Erfahrungswerte seien sehr gut: „Zwar bläst sich ein Bleigeschoss stärker auf, aber mit der entsprechenden Modellierung hat auch ein Alternativgeschoss eine sofort tödliche Wirkung auf das Wild“.

Die Jäger im Wolfhager Land hingegen sind noch skeptisch und setzen auf die herkömmlichen Geschosse. Unmittelbar nach dem Schuss müsse der Tod des Tieres eintreten - und das sei bei den Alternativgeschossen noch nicht vollständig erprobt, sagt Dr. Reinhard Butte vom Kreisjagdverein in Wolfhagen.

Vereinsmitglied Hans-Joachim Fräbel ergänzt: „Bleifreie Geschosse streuen nicht, sondern schlagen durch den Wildkörper hindurch“. Das berge ein unkalkulierbares Gefahrenpotential.

Die Naturschutzgruppe Wolfhagen-Naumburg dagegen unterstützt die Umstellung auf bleifreie Munition. Der Vorsitzende Thomas Fingerling appelliert dabei an die Vernunft der Jäger - ökologischer könne man unbelastetes Fleisch gar nicht gewinnen.

Von Emily Spanel

Quelle: HNA

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