Jägerbataillon 1 übt: Kampf im Wald und am Computer

Schwarzenborn. Das Jägerbataillon 1 aus Schwarzenborn befindet sich als Teil der multinationalen EU-Battlegroup mitten in der Einsatzvorbereitung. 350 Soldaten aus dem Knüll üben derzeit dafür.

Durch den Wald schleichen sich Soldaten an. Laute Schüsse fallen, im Hintergrund hört man schweres Gerät rollen: In der simulierten Szenerie auf dem Truppenübungsplatz des Gefechtsübungszentrums in Letzlingen kämpfen die Schwarzenborner Jäger um den Dollerfluss - ganz traditionell wie bei Bundeswehrübungen üblich als Blauland gegen Rotland.

Daniel Wernicke

Realistätsnah wird geübt, doch trotz lautem Getöse fällt kein einziger scharfer Schuss. Alle Waffen, Panzer und auch die Helme der Soldaten sind mit Sensoren und Funkübertragung ausgerüstet, erklärt Hauptmann Daniel Wernicke, Presseoffizier des Jägerbataillons.

Bis ins kleinste Detail werden auf diese Weise Hauptmann Christoph Göcks und seine Männer und Frauen von der 3. Kompanie beim Gefecht um den Dollerfluss unter die Lupe genommen. Hoch spezialisiert greift dabei die Technik ineinander: Vorort im Wald am imaginären Dollerfluss beobachten Schiedsrichter die Gefechtssituation, kilometerweit weg in der Einsatzzentrale des Gefechtsübungszentrums bewerten Soldaten am Computer den simulierten Kampf. Der wird wiederum von ganz anderer Stelle aus von den Strategen im mobilen Gefechtsstand gesteuert.

Jeder Schritt der Jäger der 3. Kompanie wird genau verfolgt, Funksprüche werden mitgeschnitten: Das lautstarke Anrücken der Soldaten im Radpanzer Boxer, das fast unsichtbare Durchschlagen der Infanteristen durch das Waldstück, das Überqueren des Brückenkopfes und schließlich den direkten Feindkontakt am anderen Flussufer. Es kracht, blitzt und qualmt - auch dafür sorgt natürlich spezielles Gerät. Damit es möglichst echt aussieht.

Kommandos aus der grünen Spinne 

Schweres Material auf der einen Seite, Computer auf der anderen Seite: Gesteuert wurde der Einsatz vom mobilen Gefechtsstand aus. Rein äußerlich gleicht der einer überdimensionalen grünen Spinne: Komponenten mit modernster Hardware wie Flatscreens, Laptops, Beamer und Whiteboards und auch das Kommandeursbüro sind als Schaltzentralen auf den überdachten Ladeflächen von Lastern installiert. Diese speziellen Mobile sind wiederum über aufblasbare Zelte miteinander verbunden. 90 Soldaten werden zum Aufbau benötigt. Es dauert zwischen zwölf und 18 Stunden bis die Hülle steht.

In dem Gefechtsstand werden Lageentwicklungen dokumentiert, graphisch dargestellt und in Echtzeit dargestellt, erklärt Major Frank Zander, von der dem Jägerbataillon übergeordneten Panzerbrigade 21 Augustdorf. Er ist quasi der Informationsmanager im Gefechtsstand. In den einzelnen Zellen geht es zum Beispiel um die Bewertung der Feindlage und den Einsatz der Pioniere. In der mobilen Schaltzentrale sind in 135 Dienstposten alle Stabsfunktionen abgebildet. Während der Übung arbeiteten 85 Soldaten in dem Gefechtsstand.

Auch der Gefechtsstand ist international besetzt, die Soldaten kommen aus Deutschland und den Niederlanden.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Fotos: 1 Haaß, 4 Grede

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