„Leuchtturmprojekt“ des Heeres wird aufgelöst – Jetzt Jägerbataillon

Das Jägerregiment ist Geschichte

Schwarzenborn. Es gleicht einem geordneten Rückzug: Mit einem feierlichen Appell wird die Einheit, die einst als das „Leuchtturmprojekt" des Heeres gepriesen wurde, Geschichte sein.

Am Donnerstag, 25. Juni, wird das Jägerregiment 1 in Schwarzenborn formell aufgelöst. Die Einheit in der Knüllkaserne wird sich künftig Jägerbataillon 1 nennen.

Von einer Art Degradierung vom Regiment zum kleineren Bataillon will der scheidende Kommandeur Oberst Helmut Remus nichts hören. Zwar werde an der Spitze der Truppe auf dem Knüllplateau künftig kein Kommandeur mit dem Dienstgrad eines Oberst mehr stehen, aber die Anzahl der Soldaten in Schwarzenborn bleibe mit 1000 konstant. Entgegen ursprünglicher Planungen wird noch eine Kompanie in Hammelburg den Schwarzenborner Jägern zuzuordnen sein. Dort sollen unter Anleitung des Amts für Heeresentwicklung künftige Standards für die gesamte Bundeswehr entwickelt werden. Das Bataillon wird am Standort im Knüll mit sechs statt mit neun Kompanien vertreten sein.

Neu ist laut Oberst Remus, dass die Kompaniechefs als Major mit einem höherrangigen Dienstgrad als bisher besetzt sind. Weg fällt bei der Schwarzenborner Truppe künftig das Alleinstellungsmerkmal als luftbeweglicher Infanterieverband des Heeres. Als Teil der Panzerbrigade 21 in Augustdorf ist sie dort eines von drei Jägerbataillonen. Mit dem Aufstellen des Jägerregiments hatte die Bundeswehr das Konzept einer schnell agierenden Luftkavallerie umgesetzt. Die Schwarzenborner Infanterie sollte im Gefecht durch den Kampfhubschrauber Tiger unterstützt werden.

Mit der Neugliederung finden sich diese Komponenten in den Fallschirmjäger- und Heesresfliegerregimentern der Division Schnelle Kräfte in Stadtallendorf wieder, zu der inzwischen auch das Heeresfliegerregiment 36 in Fritzlar gehört.

Quelle: HNA

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