Tierarztkosten bis zu 2500 Euro werden übernommen

Jagd ist für Hunde riskant: Jagdhundesolidaritätskasse Schwalm springt im Notfall ein

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Der neue Vorsitzender der Jagdhundesolidaritätskasse Schwalm: Heinrich Riehm, hier mit seinen beiden Hunden Franzi und Flora, setzt sich für die Belange der Hundehalter ein. 

Neukirchen. Seit einigen Wochen wird in der Region wieder verstärkt gejagt. Insbesondere die Wildschweinjagd kann dabei für Jagdhunde lebensgefährlich werden.

Oft erweist sich das Schwarzwild als ausgesprochen wehrhaft und geht die treuen Jagdbegleiter aggressiv an. Weitere Gefahren lauern im Straßenverkehr, aber auch ein im Unterholz hervorstehender Ast kann für einen Hund gravierende Folgen haben.

Damit die Hundeführer im Schadensfall mit den Kosten nicht alleine dastehen, gibt es seit Sommer im Altkreis Ziegenhain die Jagdhundesolidaritätskasse Schwalm. In ihr haben sich fünf von sechs Hegegemeinschaften zusammengeschlossen, um bei Verletzung oder Tod eines Hundes während einer Gesellschaftsjagd den betroffenen Hundebesitzern finanzielle Unterstützung bieten zu können.

Erst kürzlich sei ein Jagdhund bei einer Jagdveranstaltung in Bereich Gilserberg trotz spezieller Schutzdecke von einem Wildschwein tödlich verletzt worden, verdeutlicht Heinrich Riehm, stellvertretender Vorsitzender der Hegegemeinschaft Neukirchen, die Problematik: „Man kann die Hunde ja nicht steuern.“

Die Idee für die Kasse sei im Frühjahr entstanden und habe ihren Ursprung bei einem ähnlichen Projekt in der Pfalz, erklärt der Neukirchener, der neben seiner Funktion in der Hegegemeinschaft auch Vorsitzender der Solidaritätskasse ist: „Vom Landesjagdverband wird zwar auch eine Versicherung angeboten, aber nur für Mitglieder. Jagdgäste sind damit nicht versichert.“

Das Modell ist denkbar einfach. Vor jeder Drück- oder Stöberjagd müssen die Teilnehmer jeweils fünf Euro in die Gemeinschaftskasse zahlen. Hundeführer seien davon befreit, sagt der 70-Jährige: „Die haben ja auch Ausgaben.“ Sofern es sich nicht um einen ersatzpflichtigen Haftpflichtschaden handelt, springt die Solidaritätskasse ein. Tierarztkosten werden bis zu einer Höhe von 2500 Euro übernommen, im Todesfall zahlt die Kasse bis zu 2000 Euro aus. „Kürzlich musste ein Hundebesitzer die Solidaritätskasse bereits in Anspruch nehmen, als sein Terrier in einem Dachsbau bei Wiera zu Tode kam“, so Riehm.

Um mit dem Beginn der Jagdsaison arbeitsfähig zu sein, stellten die beteiligten Hegegemeinschaften, der Kreisjagdverein und der Schwalm-Eder-Kreis Geld für einen angemessenen Sockelbetrag zur Verfügung. Die Kreissparkasse unterstütze die Idee mit einer Spende. Gerade durch die Zunahme der Wildschweinpopulation und der damit notwendig gewordenen Bejagung in den großen Maisfeldern habe die Gefährdung für die Hunde zugenommen, erklärt Riehm, selber Hundebesitzer. Im Hinblick auf die afrikanische Schweinepest sei darüber hinaus zukünftig mit wesentlich mehr Jagden zu rechnen, vermutet der Vorsitzende der Solidaritätskasse: „Wir wollten uns daher bereits im Vorfeld absichern.“

Quelle: HNA

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