Angeklagter hatte im Juli 2010 Großeinsatz der Polizei ausgelöst

Ein Jahr auf Bewährung für Schüsse im Imbiss

Schwalm-Eder. Ein Jahr auf Bewährung und eine Geldstrafe von 1500 Euro lautete das Urteil des Amtsgerichts Fritzlar für den 47-Jährigen, der im Juli 2010 in einem Imbiss nahe Gudensberg-Deute mehrere Schüsse abgegeben und einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst hatte.

Richterin Lahmann verurteilte den Mann aus dem Landkreis wegen fahrlässiger Autofahrt unter erheblichem Alkoholeinfluss und der anschließenden Nötigung in zwei Fällen mit einer Waffe.

Vier Zeugen und einen Sachverständigen hatte das Gericht geladen, um den Tathergang zu rekonstruieren. Der Angeklagte konnte sich selbst, wie er sagte, an den Ablauf kaum erinnern.

Am Schluss ergab sich aus den Schilderungen des Angeklagten, der Zeugen und des Sachverständigen folgender Tathergang: Der Mann hatte kurz vor der Tat eine neue Arbeitsstelle angenommen und stand unter Leistungsdruck.

Zudem hatte er sich einige Wochen zuvor von seiner Frau getrennt. Am Morgen des 8. Juli 2010 begann er nach einem frustrierenden Treffen mit seiner Frau Alkohol zu trinken und beschloss sich zu erschießen. Das damalige Schützenvereinsmitglied packte eine Tasche mit einem Gewehr und einer Pistole. Gegen Mittag fuhr er in einen Wald nahe Dissen und trank dort weiter. Den Entschluss, sich umzubringen, verwarf er. Stattdessen fuhr er zu dem Imbiss, um etwas zu Essen zu kaufen.

Dort eskalierte die Situation: Aus seiner vorherigen Depression wurde laut Gutachter eine Aggression. Er bestellte sich etwas zu Essen, dann befahl er laut Zeugenaussagen: „Alle raus hier oder ich bringe euch um.“ Drei Schüsse gingen in Boden, Decke und eine Glastür. Eine Frau wurde durch herumfliegende Glassplitter verletzt.

Der Angeklagte zeigte sich geständig und einsichtig. Er akzeptierte das Urteil: „Das Urteil, was ich bekomme, habe ich verdient.“

Quelle: HNA

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