Maysoon Kheir aus Israel unterstützt im Bundesfreiwilligendienst die Jugendarbeit

Israelin ein Jahr zu Gast im kleinen Dorf

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Mit Freude bei der Sache: Maysoon Kheir (zweite Reihe, dritte von rechts) in Mitten der Kindergruppe, die ihren Aktionstag zum Thema Israel besuchte.

Willingshausen. An den kalten Winter in der Schwalm musste sie sich erst gewöhnen. Kein Wunder, wenn in ihrer Heimat die Temperaturen auch im Winter nicht unter zehn Grad sinken. Maysoon Kheir wohnt eigentlich in Jerusalem.

Die 23-jährige Israelin absolviert seit September ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Jugendarbeit Willingshausen. Sie will Deutschland kennenlernen und den Deutschen dabei ihr Land näher bringen.

Vor neun Jahren war Maysoon Kheir während eines Schulaustauschs in Deutschland. Es hat ihr so gut gefallen, dass sie unbedingt wieder kommen wollte. Nach dem Studium, wusste sie nicht, was sie machen sollte, und entschied sich für das Stipendium des Vereins für Internationalen Jugendaustausch (ICJA).

Maysoon Kheir

Seit September ist sie nun in Wasenberg bei ihrer Gastmutter Maria Dietz. Dort geht es beschaulicher zu, als in Jerusalem. „Das Leben in einem Dorf kenne ich aber schon.“ Maysoon Kher kommt ursprünglich aus dem Dorf Peqiin im Norden Israels. Überhaupt fühlt sie sich in kleineren Orten wohler: „Ich war in fast allen deutschen Großstädten, aber Marburg fand ich bis jetzt am schönsten.“ In Deutschland gefällt ihr es auch allgemein sehr gut. Viele Vorurteile, die sie gehört hat, haben sich nicht bestätigt. „Auch Deutsche sind manchmal unpünktlich“, erzählt die 23-Jährige schmunzelnd. Außerdem seien die Leute in Deutschland viel freundlicher, als es ihr Ruf in der Welt vermuten ließe.

Maysoon Kheir hat viele Interessen. Sie spricht vier Sprachen und lernt mit Deutsch eine fünfte. An der Hebräischen Universität von Jerusalem hat die 23-Jährige Biomedizin studiert. Nebenher war sie sozial engagiert. „Ich finde Naturwissenschaften und soziales Engagement sind kein Widerspruch.“

Vortrag, Kochen, Spaß

Auch deshalb entschied sie sich für das Freiwillige Soziale Jahr. Die Jugendarbeit in Willingshausen macht ihr viel Spaß. Maysoon Kheir möchte den Kindern und Jugendlichen auch ihre Heimat näher bringen. Gemeinsam mit Jugendarbeiterin Daniela Krug hat sie deshalb einen Aktionstag organisiert. Auf dem Programm standen Israelische Spiele und ein Vortrag von Maysoon Kheir, in dem sie auch auf den Nahostkonflikt einging. Zum Abschluss wurde israelisch gekocht. „Wir haben Hummus (Kichererbsenpaste) und Falafel gemacht.“

Im Mai kommen ihre drei Schwestern und ihr Bruder zu Besuch. Bis dahin, so hofft sie, ist der kalte Winter vorbei.

Von Jonathan Vorrath

Quelle: HNA

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