Kirchenkreis Melsungen verlor innerhalb von elf Jahren insgesamt 3596 Gemeindeglieder

Pro Jahr 330 Mitglieder weniger

Melsungen. Kircheneintritt und Taufe bewusst zu thematisieren – dazu hat Dekan Rudolf Schulze in der jüngsten Synode aufgerufen. Er legte den Synodalen Zahlen über die Entwicklung des Kirchenkreises Melsungen vor. Seit dem Jahr 2000 habe der Kirchenkreis 3596 Mitglieder eingebüßt, formulierte Schulze. Das entspreche etwa zwei vollen Pfarrstellen. 2000 gab es im Kirchenkreis noch 35 021 Gemeindeglieder, wie die Christen im Kirchendeutsch heißen.

Die Entwicklung verläuft nach den Worten des Dekans kontinuierlich und beträgt durchschnittlich 330 Gemeindeglieder pro Jahr: „Die größten Verluste verzeichnen die besonders kleinen Gemeinden. Lediglich drei Gemeinden – Mörshausen, Bergheim und Schwarzenberg – haben seit dem Jahr 2000 einen geringfügigen Gemeindegliederzuwachs.” Acht waren es in Mörshausen, drei in Bergheim und neun in Schwarzenberg.

Der Grund für die Gesamtentwicklung sei die Abnahme der Bevölkerung: „Dort, wo keine Kinder geboren werden, können auch keine getauft werden.” Die Schere zwischen Bestattungen und Kindertaufen sei weiter auseinandergegangen, sagte Schulze. In den vergangenen drei Jahren gab es 455, 411 und 454 Bestattungen, aber nur 238 und jeweils 250 Taufen (2010 und 2011).

Nach den Worten des Dekans muss man sich darauf einstellen, dass in den nächsten Jahren auf eine Kindertaufe zwei Bestattungen kommen. Betrüblich sei, dass die Differenz zwischen Eintritten und Austritten wieder größer geworden sei und nunmehr eine Größenordnung wie Anfang der 1990er-Jahre erreiche. In den vergangenen drei Jahren gab es 108, 124 und 128 Austritte und 61, 46 und 34 Eintritte. 1991 waren es 166 Aus- und 25 Eintritte gewesen.

„Dort, wo keine Kinder geboren werden, können auch keine getauft werden.”

Rudolf Schulze

„Dennoch sind die Austritte gegenüber der allgemeinen Bevölkerungsentwicklung von untergeordneter Bedeutung”, berichtete Schulze den Synodalen. Angesichts einer zunehmenden Verminderung der evangelischen Bevölkerung müsse die Gemeindearbeit neu ausgerichtet werden. Weniger Gemeindeglieder bedeute auch ein geringeres Kirchensteueraufkommen in einer Kirche, deren Ausgaben zu 70 Prozent aus Personalkosten bestünden.

Weniger Pfarrstellen

Im Kirchenkreis Melsungen sollen laut Schulze bis 2017 drei Pfarrstellen eingespart werden. Die Hälfte davon habe man bereits eingespart – im Raum Guxhagen und in Spangenberg.

Vor weiteren Schritten sollten, so Rudolf Schulze, die künftigen Grenzen zwischen den Kirchenkreisen Fritzlar, Homberg und Melsungen klar sein. Denn die Fusion jener beiden Kirchenkreise werde gleichzeitig „auch zu einer weiteren Vergrößerung unseres Kirchenkreises führen”, sagte der Dekan.

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare