Jahr war sehr anstrengend

Museumsleiter Nachtwey im Interview zu seinem Rücktritt 

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Zur Zeit Bauarbeiten und ohne Leitung: Das Museum der Schwalm machte in jüngster Zeit mit einem vermeintlich „sensationellen“ Bibelfund und dem Rücktritt seines Museumsleiters auf sich aufmerksam.

Das Museum der Schwalm macht von sich Reden. Zum einen mit dem Rücktritt seines Museumsleiters Konrad Nachtwey, zum anderen mit einem Bibelfund.  Der Fund entpuppt sich im Nachhinein viel weniger sensationell als ursprünglich vom Vorsitzenden des Schwälmer Heimatbundes, Wolfgang Rupp, angekündigt.

Wir sprachen mit dem ausgeschiedenem Museumsleiter Konrad Nachtwey.

Im Zusammenhang mit Ihrem Rücktritt als Museumsleiter ist von persönlichen und gesundheitlichen Gründen die Rede. Können Sie dazu mehr sagen?

Konrad Nachtwey: "Ich habe in der Vorstandssitzung auf eine Pressemeldung verzichtet und „aus persönlichen Gründen“ um Beendigung meiner Arbeit gebeten. Allerdings habe ich betont, dass das abgelaufene Jahr für mich sehr anstrengend gewesen war."

Bringen Sie Ihr Ausscheiden mit der aktuellen Konstellation des Vorstandes des Schwälmer Heimatbundes in Verbindung?

Nachtwey: "Die aktuelle Konstellation war für mich kein Anlass zum Ausscheiden, auch wenn es in einigen Punkten unterschiedliche Auffassungen gab."

Waren Sie in die jüngsten Museumsprojekte - insbesondere die Vorstellung des Bibelfundes - mit eingebunden?

Nachtwey: "Nein; ich wurde weder vorher noch anschließend informiert. Ich war am selben Tag im Hause und habe für 2014 vorgearbeitet."

Konnten Sie Ärger, Frust und Fluktuation unter den ehrenamtlichen Mitarbeitern des Museums beobachten?

Konrad Nachtwey

Nachtwey: "Die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die seit meinem Dienstantritt mit mir vielfältige Arbeit in verschiedenen Museumsdiensten geleistet haben, waren für die klaren Strukturen, die festgelegten Aufgaben dankbar und über die Wertschätzung froh, die ich ihnen entgegengebracht habe. Ob, wie stark und aus welchen Gründen eine Fluktuation vorher stattgefunden hat, entzieht sich meiner Kenntnis."

Ihr Name ist eng mit dem geplanten Jahresprogramm des Museums verbunden. Wie geht es weiter?

Nachtwey: "Dies müsste insbesondere der alte wie der neue Vorstand beantworten. Ich habe - nach Eintritt einer gewissen Beruhigung und erkennbar vernünftiger Objektivität - zu erkennen gegeben, dass ich meine angesagten Kunstbetrachtungen durchführen würde, schon um die gewachsene Kunstgemeinde nicht zu enttäuschen. Ein direktes Weitermachen wie bisher, ein bisschen zeitversetzt, kann ich mir im Augenblick nicht denken. Es muss die Jahreshauptversammlung (11.4.) des Schwälmer Heimatbundes abgewartet werden."

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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