Waldwirtschaft ist ein Schwerpunkt beim Tag der Land- und Forstwirtschaft Homberg

300 Jahre, aber nicht veraltet

Homberg. Wenn der Waldbesucher heute durch die deutschen Wälder spaziert und sich an der Natur und Landschaft erfreut, ist nichts mehr davon zu ahnen, dass das Landschaftsbild vor über drei Jahrhunderten noch ganz anders aussah.

„300 Jahre nachhaltige Forstwirtschaft“ lautet das Motto der Ausstellung auf dem Land- und Forstwirtschaftstag am 15. September in Homberg. Mit Nachhaltigkeit ist gemeint, dass maximal so viel Holz eingeschlagen wird, wie auf natürliche Weise nachwächst.

Starke Übernutzung

Durch das Bevölkerungswachstum und die Frühindustrialisierung mit steigendem Bau- und vor allem Brennholzbedarf wurden die heimischen Wälder über Jahrhunderte hinweg stark übernutzt und stellten vor 300 Jahren eine vielfach ausgeräumte, allenfalls noch parkähnliche Landschaft mit nur noch sehr geringen Holzreserven dar.

Heute regelt die Gesetzgebung die nachhaltige Bewirtschaftung zur Sicherung aller Waldfunktionen unserer Wälder verbindlich, heißt es in einer Mitteilung der Veranstalter. Diese wesentlichen Funktionen sind heute: Nutzfunktion (Holzerzeugung), Schutzfunktion (Boden, Klima, Tierwelt), Erholungsfunktion (besonders in Stadtnähe).

Etwa 690 Hektar Waldfläche umfasst der Homberger Stadtwald heute, auf 90 Prozent davon stehen Bäume, der Rest sind Waldwiesen, Wege und Holzlagerflächen. Auch Waldparkplätze, Grillplätze und Wanderpfade gehören zu diesen Flächen.

In Deutschland sind knapp ein Drittel, in Hessen immerhin 42 Prozent der Landesfläche, bewaldet. Damit hat Hessen gemeinsam mit Rheinland-Pfalz den höchsten Waldflächenanteil aller Bundesländer.

„So schaut die deutsche forstwirtschaftliche Tradition auf eine 300jährige, erfolgreiche Dokumentation zurück, der eine verantwortungsvolle Bewirtschaftung unserer Wälder den Schutz- und Erholungswirkungen nicht widerspricht“, betonen die Organisatoren der Homberger Ausstellung. (bsx)

• Tag der Land- und Forstwirtschaft: 15. September 10 bis 18 Uhr, Stellbergstadion.

Quelle: HNA

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