400 Jahre alte Kanzel: Er ist wahrhaftig auferstanden!

Er trägt den roten Königsmantel und die rote Siegesfahne mit dem weißen Kreuz: Jesus, der Auferstandene. Die ungewöhnliche Osterdarstellung ziert die Kanzel der Kirche im Fritzlarer Stadtteil Züschen.

Die Kanzel wurde aus Sandstein gehauen und ist in diesem Jahr, wie eine Inschrift deutlich macht, genau 400 Jahre alt. Der Reformator Martin Luther war erst 65 Jahre tot, als Johann Mitler den Auftrag gab, die Kanzel zu hauen. „Zur Ehre Gottes im Jar des Herrn 1611 hat Johann Mitler diese Cantzel hauen lassen“, steht darauf.

Über den Stifter ist wenig bekannt, sagt Pfarrerin Ira Waterkamp. Man wisse, dass er von auswärts kam und in Züschen eine Witwe heiratete. Offenbar sei er wohlhabend gewesen, denn die Kanzel sei teuer gewesen – in die heutige Zeit übertragen hätte der Wert etwa dem eines Autos entsprochen.

Die alte Kanzel gibt den Züschern einige Rätsel auf. So sind an den Seiten Köpfe abgebildet, die sich nicht zuordnen lassen. Vielleicht zeigen sie die Familie des Stifters, vielleicht Pfarrer der Gemeinde oder Kirchenvorsteher, rätselt die Pfarrerin. Auch hinter Jesus sind Figuren zu erkennen. Mindestens zwei davon stellen Engel dar, ist sich Waterkamp sicher. Der Auferstandene steht symbolisch auf einem steinernen Sarg, weil er den Tod überwunden hat. Rätselhaft ist auch, wer die Kanzel gehauen hat. Es gibt ein Bildhauerzeichen am Fuß, doch dieses ist nicht klar zuzuordnen. Möglicherweise kam der Steinhauer aus der Familie Herber, von der weitere Werke in der Region bekannt sind, klar ist das aber nicht.

In Züschen wird mit einem Gottesdienst am Montag, 25. April, ab 10 Uhr das Kanzeljubiläum gefeiert. (ode) Foto: Dellit

Quelle: HNA

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