Melsungen: 56 Jahre alter Flügel klingt wie neu

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Generalüberholt: Reinhold Wenzel, Petra Stransky, Elke Jenge und Dr. Reinhard Köhler (von links) freuen sich auf die Präsentation des restaurierten Flügels. Bei dieser wird auch die Schülerin Tamara Bodden (sitzend) in die Tasten greifen.

Der Klang des Steinway-Flügels gehört schon seit 56 Jahren zu der Melsunger Geschwister-Scholl-Schule. Nach einer Generalüberholung präsentiert er sich nun in einem ganz neuen Klanggewand.

Wie sich das anhört, ist am Freitag, 1. Juni, in der Aula des Oberstufengymnasiums zu hören. Beginn der musikalischen Präsentation ist 19 Uhr. „Der Flügel ist jetzt im Neuzustand“, sagt der Schulleiter, Dr. Reinhard Köhler. Bei dem Konzert werden nicht nur Schüler aller Jahrgangsstufen den Flügel zum Klingen bringen. Auch Lehrer und ehemalige Schüler lassen es sich nicht nehmen den Abend musikalisch mitzugestalten. Als Ehrengast wird Bernd Köhler als Justus Riemenschneider den restaurierten Flügel einweihen. In seiner gewohnt lustigen Art wird er als Hausmeister über seine Erfahrungen mit dem Instrument sprechen. Außerdem wird der Initiator der Generalüberholung, Ulrich Neudecker, die Geschichte des Klaviers vorstellen.

„Der Flügel ist mehr als nur ein Musikinstrument“, sagt Köhler. Ob in Pausen, bei dem jährlichen kulturellen Abend oder in Freistunden: Viele Schüler haben über die Jahrzehnte schon in die Tasten des Steinway-Flügels gegriffen, erinnerte sich Reinhold Wenzel.

Kurzclip

Er machte 1968 sein Abitur an der Melsunger Oberstufe. Wenzel erinnert sich noch gut an die Stunden, die Mitschüler an dem Flügel verbrachten. „Die prägen fürs ganze Leben“, sagt Wenzel, der heute noch leidenschaftlicher Kontrabassist ist. Bei der Präsentation des Steinway-Flügels wird der 63-Jährige gemeinsam mit anderen ehemaligen und heutigen Schülern das „Forellenquintett“ von Franz Schubert zum Besten geben. Den Klavierpart übernimmt der Schüler Marvin Ku.

Der Steinway B-211-Konzert-Flügel wurde 1956 zum Neubau der Schule angeschafft. Treibende Kraft war dabei der Musiklehrer Walter Edeling. „Schon zu einem Zeitpunkt, als noch nicht einmal die Finanzierung der neuen Schule gesichert war, ist Herr Edeling nach Hamburg gefahren, um sich einen Flügel anzuschauen“, sagt Köhler. Dass das Instrument letztendlich angeschafft werden konnte, ist vor allem Spendengeldern von Eltern zu verdanken. Sie sammelten damals immerhin 11 000 DM. „Heute kostet so ein Flügel 85 000 Euro“, sagt Köhler.

Im vergangenen Jahr reiste der Flügel für fast zwei Monate nach Hamburg in die Steinway-Fabrik. Dort wurde er neu lackiert und die Mechanik wurde generalüberholt. Die dafür benötigten 12 000 Euro sammelte der Förderverein der Geschwister-Scholl-Schule. Seit Dezember steht der Flügel wieder in der Schulaula. Nach den nötigen Endeinstellungen und dem Stimmen klingt der Flügel jetzt wieder perfekt, sagt Köhler. (yvk)

Quelle: HNA

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