Beim Melsunger Seniorennachmittag war gute Laune Trumpf

98 Jahre und topfit

Die Ältesten: Magareta Gareis und Alexander Bernhardt mit der Seniorenbeauftragen Marén Feldhaus (links), Bürgermeister Dieter Runzheimer und Vize-Landrat Winfried Becker. Foto: Schorn

melsungen. In der Melsunger Stadthalle herrscht Stimmung. Über 200 Menschen, alle älter als 80 Jahre, sitzen beim städtischen Seniorennachmittag bei Kaffee und Kuchen und freuen sich: Darauf, dass sie Altersgenossen aus den Melsunger Stadtteilen wiedersehen. Und dass sie unter Leuten sind.

So auch Alexander Bernhardt. Mit 98 Jahren ist das topfitte Melsunger Urgestein der mit Abstand älteste Teilnehmer der Veranstaltung. Anzumerken ist ihm das aber nicht. Akkurat sitzten Blazer und Schlips. Überhaupt haben sich alle Besucher anscheinend extra schick gemacht.

„Mit 95 Jahren habe ich erst aufgehört, Auto zu fahren“, erzählt der freundliche Herr mit der großen Brille. Seine Mobilität hat „Knöpfe-Alex“, wie er liebevoll von seinen Bekannten genannt wird, aber nicht verloren.

„Ich gehe noch jeden Tag spazieren“, sagt der ehemalige Kurzwarenhändler stolz. „Und führt die Frauen aus“, erzählt seine Sitznachbarin lachend und fügt hinzu: „Alle Senioren, die am Marktplatz wohnen, treffen sich täglich.“ Außer dienstags. Da fährt der 98-jährige Alexander Bernhardt, der zwei Ehefrauen überlebt hat, nach Kassel. Dort besucht er Verwandte und schaut sich in den Kaufhäusern um. Den Weg nach Kassel legt er mittlerweile mit dem Zug zurück.

Älteste Teilnehmer geehrt

Gemeinsam mit der 92-jährigen Magareta Gareis wird er beim Seniorennachmittag geehrt. Er als ältester Teilnehmer, sie als älteste Besucherin. Langeweile kommt dort auf jedenfall nicht auf. Vielmehr geht es lustig zu. Die Gruppe um Alexander Bernhardt scherzt, lacht und hat sichtlich Spaß.

„Immer, wenn ich ihn sehe, sagt er seinen Spruch: Gönnt euch was, aber seit sparsam“, sagt die 81-jährige Erna Stelzig. Sie mag besonders die Kirchenlieder und die Kurzandacht von Pfarrerin Sandra Scholz sowie Vikarin Kathrin Wittich. Natürlich kann sie das Kirchenlied „Wir pflügen und wir streuen“ auswendig mitsingen.

Aber auch der weitere Programmablauf stößt auf ein positives Echo. So werden die Herren des Männergesangvereins Concordia-Liedertafel 1830 fast wie Popstars gefeiert. Alexander Bernhardts Freund Gerhard Borgwardt, ebenfalls Markt-Anwohner, singt eifrig mit.

„Das war wunderschön“, meint Elli Wagner, die zum ersten Mal bei der jährlichen Veranstaltung ist. Widerkommen wird sie auf jeden Fall.

Von Michael Schorn

Quelle: HNA

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