Titel ging in die Schwalm

Vor 25 Jahren: Ein Blick in Zeitung der Vergangenheit

Außergewöhnliches Hobby in der Schwalm: Werner Ganß aus Nausis wurde 1989 in Frankreich Europameister im Schlittenhunde-Rennen in Frankreich.

Schwalm. Diskussionen um die A49, ein Nausiser wurde Europameister im Schlittenhunde-Rennen und die Eisenbahnfreunde erfüllten sich einen Wunsch: Die Themen bestimmten den Lokalteil der Zeitung im März 1989. Wir haben für Sie in den Ausgaben der Schwälmer Allgemeinen von vor 25 Jahren geblättert.

Damals wie heute war der Nachwuchsmangel der Vereine ein großes Thema in der Heimatzeitung. So klagten die Sängervereine im Altkreis Ziegenhain über wenig Interesse bei den jungen Leuten. Der damalige Vorsitzende des Sängerkreises Schwalm-Knüll, Herbert Schmidt, vermutete, dass die Vereinsstrukturen zur starr und das Liedgut für Jugendliche zu wenig modern sei.

Das Verkehrschaos in der Treysaer Bahnhofstraße war Thema einer Podiumsdiskussion. Dabei wurde eine Entlastungsstrecke durch den Wieragrund gefordert. Bürgermeister Gerd-Friedrich Huck sprach dabei von langwierigen Planungen. Er führte zudem an, dass das Verkehrsaufkommen steigen werde, wenn die Autobahn in Schwalmstadt ende.

Zudem fielen die Würfel für den geplanten Trassenverlauf der A 49. Bürgermeister und Verbände sprachen sich dafür aus. Schwalmstadt setzte sich mit seinen Befürchtungen, dass Wiera stark durch den Lärm belastet werde, nicht durch. Die Trasse sollte von Hephata und Florshain wegrücken und östlich des Hardtwaldes liegen. Schwalmstadt kündigte an, diesen Verlauf nicht zu akzeptieren. Das Straßenbauamt zeigte sich zuversichtlich, dass die Teilstrecke Borken und Neustadt Mitte 1990 freigegeben wird. Diskussionen gab es ebenfalls um die Ostergrund-Schule in Treysa. Der Bau aus den 1970er Jahren sollte um eine Turnhalle erweitert werden.

Die Fraktion der Grünen hatte im Stadtparlament bemängelt, die Schule sei auf einer alten Müllhalde errichtet.

Auch die neue Turnhalle sollte auf der Deponie entstehen. Bürgermeister Huck wies die Vorwürfe zurück, vor Baubeginn sei das Erdreich untersucht worden.

Der Startschuss fiel für die Umschulung zum Koch im Ziegenhainer Gefängnis. Für 1,2 Millionen Mark wurde eine Lehrküche in der JVA eingerichtet. Mit der Ausbildung wurde bezweckt, dass die Häftlinge nach ihrer Entlassung bessere Möglichkeiten hätten, sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Mahlzeiten sollten für die Bediensteten gekocht werden. Es war zur damaligen Zeit die vierte Kochschule hinter Gittern in der Bundesrepublik.

Als Europameister im Schlittenhunde-Rennen kehrte Werner Ganß nach Nausis zurück. Er hatte mit seinen fünf Grönlandhunden an der Europameisterschaft in Frankreich teilgenommen. 140 Sportler aus zehn Nationen traten an, es galt die Distanz über zwölf Kilometer zu bewältigen. Der Nausiser, ein Bahnmitarbeiter, hatte 30 000 Euro für die Ausstattung ausgegeben.

Einen Traum erfüllten sich die Eisenbahnfreunde Schwalm-Knüll. Der Vereine kaufte für 80.000 Euro eine Dampflokomotive der Baureihe 52 in Ost-Berlin, die im Mai nach Treysa überführt werden sollte.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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