Vor 25 Jahren: Zwei Flugzeuge stürzten in der Schwalm ab

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Ein Toter und eine schwerverletzte Frau: Zwei Flugzeuge – ein Segelflieger und eine Schleppmaschine – stürzten im Juli 1989 über Loshausen ab. Repro: Schittelkopp

Schwalm. Eine schweres Unglück und der Autobahnbau beschäftigen vor 25 Jahren die Menschen im Altkreis Ziegenhain. Wir haben für Sie in den Ausgaben vom Juli 1989 geblättert.

Zwei Flugzeuge stürzten über Loshausen ab, dabei kam ein Mann aus Frankfurt ums Leben, eine Segelfliegerin aus Maintal wurde schwer verletzt.

Während des Schleppvorgangs verlor eine Motormaschine plötzlich an Höhe und stürzte in eine Getreidefeld. Dabei wurde das Segelflugzeug mit nach unten gerissen und zerschellte auf einem Feldweg. Die 29-jährige Segelfliegerin kam schwer verletzt in die Uniklinik Göttingen. Der Flieger der Schleppmaschine verbrannte in Cockpit. Bei Ermittlungen kam heraus, dass der Segelflieger die Motormaschine gestreift hatte.

Mehr für ihre Gesundheit wollten die Willingshäuser Gemeindevertreter tun: Vor 25 Jahren erging der Beschluss, dass in den Sitzungen und Gremien nicht mehr geraucht und kein Alkohol mehr getrunken werden darf. Nach der Entscheidung sollen sich einige Mandatsträger direkt eine Zigarette angezündet haben, schrieb die HNA damals.

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof erließ einen Baustopp für das Teilstück der A49 zwischen Bischhausen-Zimmersrode und Schwalmstadt. Das Gericht stoppte damit den vom Land Hessen angeordneten Sofortvollzug. Stattdessen gab der 2. Senat dem Eilantrag eines Landwirtes statt. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass die Argumente für einen Sofortvollzug nicht ausreichen und dass das Ministerium vorhabe, die genehmigten Pläne noch zu verändern.

Damit durften acht Kilometer des insgesamt 19 Kilometer langen Trassenstücks nicht mehr gebaut werden. Laut den Bauplänen sollte die Autobahntrasse den Aussiedlerhof des Mannes in Schlierbach tangieren. Teile seines Landes würden für die A49 benötigt.

Der Landwirt hatte einen Eilantrag an das Gericht gestellt. Seine Begründung war: Eingriff in Natur und Umwelt sowie Zweifel an der Notwendigkeit des Baus der A49. Er und weitere Landwirte hatten zudem Klage gegen den Autobahnbau eingereicht. Die Elternvertretung von Hephata verfasste gegen den Bau der A49 eine Resolution. Sie beklagten die Autobahn würde Hephata einkesseln.

Streit um einen Stall gab es in Riebelsdorf. Dort sollte laut Planung ein Schweinezuchtanlage gebaut werden. Die Anwohner befürchteten Geruchsbelästigung.

Die Friedensfahrt von Paris nach Moskau führte vor 25 Jahren über Gilserberg. Dort schlossen sich Radfahrer zur Fahrt nach Kassel den Friedensfahrern an.

In Neukirchen war der Bau eines Kurhotels im Urbachtal mit 120 Betten geplant. Die Gesellschaft zur Förderung des Kurwesens setzte sich für den Bau im Urbachtal ein. Gedacht war ein Hotel mit Sport- und Freizeitangeboten sowie mehreren Restaurants und Tanzlokal. Umgesetzt wurde das Vorhaben nicht.

Vor 25 Jahren wurde der Arbeitskreis Festung in Ziegenhain gegründet. Die Federführung hatten der damalige Dekan Friedrich Malkemus und sein Stellvertreter Traugott Heil übernommen. Der Verein hatte sich zum Ziel gesetzt, ein Konzept zu erstellen, um die Festung zu gestalten und zu erhalten.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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