Bis zum Jahresende 3000 Flüchtlinge im Landkreis Kassel

Kreis Kassel/Wolfhagen. Der Landkreis Kassel rechnet mit einem Anstieg der Flüchtlingszahlen von derzeit 1300 auf bis zu 2000 am Jahresende. Danach seien Prognosen völlig unmöglich, erklärt Sozialamtsleiter Jörg Roßberg auf HNA-Anfrage. Dazu kommen weitere 1000 Flüchtlinge, die im Erstaufnahmelager auf dem alten Flughafen in Calden leben. Sie werden jedoch vom Land Hessen betreut.

„Alle Dämme sind gebrochen“, so Roßberg. Unter Hochdruck suche man weitere Unterkunftsmöglichkeiten für den Strom der Asylbewerber. 40 bis 50 kommen pro Woche im Landkreis an. Aktuell wurde in der größten Gemeinschaftsunterkunft im Kreis, in der Wolfhager Pommernanlage, ein viertes Haus hergerichtet. 300 Flüchtlinge waren es noch vor vier Wochen, inzwischen sind schon 40 weitere eingezogen, 25 kommen noch. Demnächst werden auch 140 Flüchtlinge bei Sagaflor in Baunatal erwartet und 70 in Rothwesten. „Derzeit führen wir Gespräche in Bad Karlshafen. Auch dort soll es weitere Gemeinschaftsunterkünfte geben“, informiert Roßberg. Im Moment gibt es zwölf bewohnte Einrichtungen im Kreis Kassel. Hinzu kommen private Wohnungen.

Seit der Bundestag im Herbst vergangenen Jahres eine Lockerung des Baurechts beschlossen hatte, um Asylbewerberunterkünfte in Gewerbegebieten zu ermöglichen, prüft der Kreis auch Logistikhallen und Gewerbebetriebe auf ihre mögliche Eignung als Flüchtlingsunterkünfte. „Wir gucken uns alles an“, berichtet der Sozialamtsleiter.

Auch wenn Hessen die Zahl der Flüchtlinge in diesem Jahr von 40 000 auf fast 60 000 nach oben korrigiert habe, so bedeute dies nicht automatisch, dass die Zahlen im Kreis im selben Verhältnis steigen würden, so Roßberg. Man profitiere trotz allem derzeit davon, dass das Land viele Balkanflüchtlinge, die kaum Aussicht auf ein Bleiberecht hätten, in den Erstaufnahmelagern lässt.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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