Spinnstubb in Großropperhausen: Häkeln und stricken liegt wieder voll im Trend

Jedem Kopf sein Deckel

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Witziges aus Wolle: In der Spinnstubb erklärte Expertin Wilma Wulf (oben links) diesmal, wie man einen Schal strickt. Zur Premiere häkelten die Damen Mützen. Doris Louis, Margit Wiegand und Margret Wettlaufer (unten, von links) machte es viel Spaß.

Grossropperhausen. Altes neu entdeckt: Das gilt in Großropperhausen im dreifachen Sinne. Seit Januar wird das Gemeindehaus am Kirchberg wieder belebt. Neben Filmabenden ist das Haus Treffpunkt für Menschen, die sich zum gemeinsamen Handarbeiten treffen.

In der Schwalm gingen Frauen früher in die Spinnstubb. Und genauso heißt das neue Angebot auch in Großropperhausen. Mit großem Zuspruch: 35 Damen trafen sich zur Premiere im Januar – und entdeckten das Häkeln für sich. Organisiert wird die Spinnstubb unter anderem von der Großropperhäuser Künstlerin Kristina Fiand. Die zweite Auflage leitete Wilma Wulf, Handarbeitsexpertin aus Ziegenhain.

Vom Mützenvirus ließen sich nicht nur die Damen aus dem Ort anstecken. Auch Margit Wiegand und Margret Wettlaufer aus Welcherod waren zum zweiten Mal bei der Spinnstubb dabei. „Ich hab zuletzt in der Schule gehäkelt. Aber diese Technik hat Riesenspaß gemacht und man sieht schnell einen Erfolg“, erzählt Wettlaufer.

Gemeindehaus aktivieren

Hinter der Idee, die Spinnstubb wieder aufleben zu lassen, steckt der Plan, dass Gemeindehaus zu aktivieren: „Geplant sind sechs Termin. Die Treffen sollen aber nur im Winter statt finden“, erläutert Kristina Fiand. Sie hoffe, dass daraus auch Gruppen entstünden, die sich im Sommer weiter zum Handarbeiten treffen. Die neuen Häkel- und Stricktrends begeisterten nicht nur Ältere, auch viele Jüngere griffen zur Nadel. Das bestätigt Wilma Wulf: „Es kommen sogar Jungs ins Geschäft und lassen sich das Häkeln der Mützen zeigen.“

In Großropperhausen wird jedoch nicht nur schlicht die Technik vermittelt, es geht auch um geschichtliche Hintergründe der Handarbeit. Kristina Fiand bereitet gerade ein Referat über das Kulturphänomen Stricken vor, das in der nächsten Spinnstubb zu hören sein wird. Ursprünglich gab es nämlich sogar den Beruf der Strickerin. Die Häkelmützen sollen zukünftig nicht nur auf dem Kopf getragen werden, sondern auch Abbildung in einem kleinen Fotoheft finden. „Wir wollen hier einfach Impulse fürs Handarbeiten geben. Ideen, um über den Tellerrand hinweg zu schauen“, sagt die Künstlerin.

Handarbeiten befriedige und beruhige. Diese Erfahrung bestätigt Doris Louis aus Welcherod: „Ich stricke eigentlich immer“, sagt sie. In Großropperhausen soll aber auch eines nie zu kurz kommen: das Schnuddeln. Bei heißem Tee und glühenden Nadeln darf und soll munter geplaudert werden – nicht nur übers Handarbeiten.

• Donnerstag, 21. März, 18.30 Uhr, Gemeindehaus, Kirchberg 8, Thema Strümpfestricken, Infos unter Tel. 05684/6518

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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