Anerkennung für unentgeltlichen Einsatz so hoch wie nie

Jeder Dritte im Kreis arbeitet ehrenamtlich

Schwalm-Eder. Die Bilanz zum heutigen Tag des Ehrenamtes kann sich im Landkreis sehen lassen: Jeder dritte Einwohner engagiert sich unentgeltlich in Vereinen und Verbänden – quer durch alle Altersschichten hinweg.

Gleich ob sich junge Leute für die Jugendleiter-Card qualifizieren oder sich über 60-Jährige in der Seniorenarbeit engagieren: „Das Ehrenamt hat Zukunft“, sagt Jochem Hamacher vom Gudensberger Projekt „Ehrenamt sicher in die Zukunft“. Die Stadt Gudensberg und die Ehrenamtsbörse haben es gemeinsam ins Leben gerufen. Seine Mitarbeiter wollen Vereine in Umbruchphasen begleiten, sie beraten, entlasten und bei einer Neuausrichtung unterstützen. Und sie stehen den Verbänden zur Seite, wenn es gilt, die Vorstandsarbeit langfristig zu sichern. Das sei eine der größten Herausforderungen.

Denn auch wenn die meisten Menschen heute stärker denn je in die Arbeitswelt eingebunden seien und damit die freie Zeit knapp werde, gebe es noch immer viele, die sich engagieren wollten. Aber: „Die meisten Leute wollen lieber kurzfristig in Projekten mitarbeiten, als sich lebenslang an einen Verein zu binden,“ sagt Hamacher.

Einen akuten Mangel an ehrenamtlich Tätigen aber sieht Hamacher nicht. Genauso wenig wie Trudi Michelsen. Sie ist Ansprechpartnerin für bürgerschaftliche Arbeit bei der Kreisverwaltung: „Wir stehen gut da im ländlichen Raum – viele nutzen die Chance zum Mitgestalten.“

Als Grund nennt sie die steigende Anerkennung des unentgeltlichen Einsatzes. „Noch nie wurde das Ehrenamt so ernst genommen“, sagt Michelsen. „Die demografische Entwicklung motiviert viele, sich und ihre Ideen einzubringen.“ Früher hätten haupt- und ehrenamtlich Tätige kaum Anknüpfungspunkte gehabt. Heute arbeite man auf Augenhöhe zusammen: „Die gegenseitige Wertschätzung wächst.“

Quelle: HNA

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