44 freiwillig Dienstleistende brachen ihren Dienst ab

Jägerregiment: Jeder Fünfte gab auf

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Anstrengende Ausbildung: Wehrdienstleistende sollten körperlich fit sein. Hier Soldaten der Ausbildungskompanie des Jägerregiments bei einer Übung im Vogelsbergkreis.

Schwarzenborn. Bundesweit steigt die Zahl der Abbrecher unter den Wehrdienstleistenden. Das Schwarzenborner Jägerregiment stemmt sich da gegen den Trend: Hier liegt die Abbrecherquote für das Jahr 2012 gerademal bei 22 Prozent.

Nach Angaben des Kommandeurs, Oberstleutnant Helmut Remus, waren im vergangenen Jahr in der 10. Kompanie des Regiments 200 junge Männer als freiwillige Wehrdienstleistende angetreten. 44 von ihnen haben ihren Dienst innerhalb der ersten drei Monate quittiert. Die Gründe schätzt Remus als sehr unterschiedlich ein, teilweise sind die Motive auch nicht bekannt.

Helmut Remus

Die Mehrzahl der Abbrecher im Jägerregiment habe angegeben, ein alternatives Jobangebot zu haben, erklärt der Kommandeur. An zweiter Stelle rangieren „private Gründe“. Die seien, so Remus, sehr vielschichtig. Das könne von inzwischen geänderten privaten Verhältnissen der Betroffenen bis hin zu falsch verstandenen Vorstellungen vom Dienst bei der Bundeswehr sein.

Andere wiederum kommen mit der Form des Zusammenlebens, zum Beispiel in Mehrbettzimmern, nicht klar. „Sie hatten Schwierigkeiten, sich in der Gemeinschaft einzuleben“, sagt Remus.

Einige wenige der angetretenden Rekruten waren auch von Seiten des Jägerregiments nicht erwünscht. Zwei haben im vergangenen Jahr die Tauglichkeitsuntersuchung vor Ort nicht bestanden, unter anderem gab es einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Überhaupt, so Remus, sei die körperliche Fitness der jungen Soldaten ein grundsätzliches Problem.

Insgesamt sieht der Kommandeur die Abbrecherquote im Jägerregiment nicht als dramatisch an. Mit der zivilen Wirtschaft könne man angsichts dieser Zahlen durchaus mithalten. Remus: „Knapp 80 Prozent stehen ihren Wehrdienst hier hochmotiviert durch - das nehme ich sehr positiv wahr.“

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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