Ruth und Hans Soltau sind 60 Jahre verheiratet - und immer noch verliebt

Jeder Tag ein Geschenk

Ihnen wird es nie langweilig: Ruth und Hans Soltau genießen ihr gemeinsames Leben - und das schon seit 60 Jahren. Foto: Sommerlade

Zierenberg. Eigentlich wollte Ruth Klüver am 1. Mai vor knapp 70 Jahren nur nach dem Weg fragen. Und eigentlich wollte Hans Soltau, jener befragte Offizier auf seinem Wachposten an der Flensburger Förde, auch nur ganz sachlich darauf antworten. Doch aus dem Gespräch entstand eine angeregte Unterhaltung - und bald darauf der Wunsch, zu heiraten. Heute feiern Hans und Ruth Soltau ihre Diamantene Hochzeit.

„Wir sind sehr dankbar, dass wir so lange Jahre glücklich beisammen sind“, sagen die Soltaus wie aus einem Mund. Und wer gemeinsam mit dem Ehepaar im gemütlich eingerichteten Wohnzimmer an der Wiesenstraße sitzt, spürt schnell, wie harmonisch es im Hause Soltau zugeht.

„Wir sind uns auch im Alter noch genug, verbringen noch immer jede Minute gern miteinander und können uns stundenlang unterhalten, ohne dass uns langweilig wird“, sagt die mittlerweile 84-Jährige. Schon beim Kennenlernen sei dies so gewesen.

„Mein Mann kann so wunderbar erzählen, dass ich stundenlang zuhören könnte“, schwärmt Ruth Soltau. Und der gebürtige Hamburger ergänzt: „Am liebsten erzähle ich von der ersten Begegnung mit Ruth. Das ist die schönste Geschichte der Welt.“

Das Kennenlernen an der Flensburger Förde sehen beide rückblickend als glückliche Fügung des Schicksals an. „Wir haben einfach vom ersten Moment an super zusammen gepasst“, sagt die Jubilarin.

„Am liebsten erzähle ich von der ersten Begegnung mit Ruth. Das ist die schönste Geschichte der Welt.“

Hans Soltau

Schnell waren sich die als Leichtathletin und Landesmeisterin im Weitsprung erfolgreiche Frau und der junge Offizier einig, ihr Leben gemeinsam verbringen zu wollen.

Kriegsbedingt musste das junge Paar zuvor jedoch noch eine sieben Jahre währende Trennung überstehen, bevor in 1951 die Hochzeitsglocken im norddeutschen Niebüll läuteten.

Ein Jahr später verschlug es das junge Paar berufsbedingt nach Kassel: Hans Soltau wurde in die Zentrale des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) nach Kassel berufen, um dort künftig für Frieden und Völkerverständigung aktiv zu sein. In Kassel kamen auch die beiden Kinder Peter und Anke zur Welt.

Als die Wohnung für einen Vier-Personen Haushalt zu klein wurde, entschieden sich die Soltaus in 1964 zum Bau ihres Hauses in Zierenberg. „Auf die Gemeinde wurden wir wegen der günstigen Baupreise aufmerksam“, erzählt Hans Soltau schmunzelnd. Das Grundstück an der Wiesenstraße erstanden Hans und Ruth Soltau damals für einen Quadratmeterpreis von 2,50 Mark.

Die Entscheidung, nach Zierenberg zu kommen, haben die Soltaus nie bereut. „Wir fühlten uns hier von Beginn an wohl“, sagt Ruth Soltau. Die engagierte Frau gründete sofort nach ihrem Umzug eine Damen- und Kindergymnastikgruppe, an der schon nach wenigen Monaten hundert Frauen teilnahmen. 20 Jahre lang leitete sie die Gymnastikgruppe, weitere 20 Jahre war sie als Yoga-Lehrerin aktiv.

Mittlerweile verbringt sie die meiste Zeit jedoch am liebsten mit ihrem Ehemann. „Jeder gemeinsame Tag ist ein Geschenk“, sagt sie. „Ein Geschenk, für das wir sehr dankbar sind.“

Von Martina Sommerlade

Quelle: HNA

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