Fragen und Antworten: Wichtig ist die konsequente Erziehung der Vierbeiner

Jeder Hund kann wildern

Bewegungsdrang: Huskies zählen laut Frank Ohlwein zu den Hunderassen mit besonders stark ausgeprägtem Jagdtrieb. Foto: dpa

Wildernde Hunde stellen derzeit verstärkt Wild nach. In den vergangenen Wochen sind innerhalb weniger Tage gleich vier Rehe in Dörnberg von Hunden gerissen worden. Wir sprachen dazu mit Revierleiter Frank Ohlwein.

?Woran kann man als Hundebesitzer merken, dass der eigene Vierbeiner wildert?

!Grundsätzlich gilt es, den Hund genau zu beobachten. Man sollte auch immer bedenken, dass Hunde einen ausgeprägten Jagdtrieb besitzen, der sich bereits im Welpenalter zeigt und unterschiedlich stark - je nach Rasse - zum Vorschein kommen kann.

?Welche Hunde sind fürs Wildern besonders anfällig?

! Huskies sind für ihren starken Jagdtrieb besonders bekannt. Auch bei Schäferhunden und Mischlingen ersten Grades kann er zum Teil stark ausgeprägt sein.

?Kann man Hunden den Jagdtrieb wieder abtrainieren?

!Das ist ausgesprochen schwierig. Man kann ihn aber durch spezielles Training, zum Beispiel in Hundeschulen, abmildern. ?Und wie zum Beispiel?

! Durch intensives Training wird versucht, mehr Aufmerksamkeit des Hundes weg von der Umgebung zu seinem Führer zu lenken. Über Belohnung und Verstärkung dieser Bindung wird versucht, die Attraktivität des losgelösten Jagens zu mildern.

?Was soll man tun, wenn der Hund einmal ein Wildtier gerissen hat?

!Auf keinen Fall bestrafen, da der Hund keinen Zusammenhang herstellen kann. Er besitzt kein Schuldbewusstsein. Allerdings sollte man Konsequenzen aus seinem Ungehorsam ziehen. Was das Wildtier betrifft, sollten Hundebsitzer umgehend die Polizei oder den Jagdpächter informieren.

?Welche Möglichkeiten haben die Jäger, gegen wildernde Hunde vorzugehen?

! Das Gesetz erlaubt den Abschuss wildernder Hunde,

wenn sie außerhalb des Einwirkungsbereichs des Halters beim Wildern angetroffen werden. Das gilt nicht gegenüber Hirten-, Jagd-, Blinden- und Polizeihunden. Ein Warnschuss kann dann oft ausreichen, um den erschreckten Hund zu verscheuchen. Das Problem dabei liegt aber am anderen Ende der Leine.     Der Grundsatz muss sein: Der Halter muss konsequent mit dem Hund umgehen. (pve)

Quelle: HNA

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