Stadtparlament gab für eine Baulandumlegung im Wieragrund grünes Licht

Jeder Quadratmeter zählt

Schwalmstadt. Wäre am Donnerstagabend jedesmal ein Gong erklungen, wenn der Begriff Wieragrund ausgesprochen wurde, so hätte es ein kleines Konzert gegeben. Das Großprojekt treibt das Stadtparlament Schwalmstadt weiter um. In unterschiedlichen Tagesordnungspunkten ging es um den Bau der Wieragrundstraße, die Grundeigentumsverhältnisse und eine Gestaltung der Bahnhofstraße nach der Fertigstellung des Zentrums.

Heftig debattiert wurde die Zustimmung zu einer Baulandumlegung im Wieragrund, eine gängige Praxis seit 1960, wie Bürgermeister Wilhelm Kröll sagte. Es geht um die Umlegung von Parzellen im Wieragrund.

Einen „Rechtsmissbrauch“ zugunsten der Investorengemeinschaft Einkaufszentrum nahm Grünen-Fraktionssprecherin in dem Verfahren wahr. Klaus-Ulrich Gielsdorf (FWG) meinte, mit der Umlage sollten „Fehler im Stadtbaurechtlichen Vertrag sanktioniert werden“.

SPD-Fraktionschef Michael Schneider rief seinen Vorrednern zu, sie suchten „nur nach Argumenten, das Vorhaben noch zu Fall zu bringen“. Es handele sich um ein öffentliches, transparentes Verfahren. Schneider: „Ich glaube nicht, dass wegen 73 Quadratmetern ein 30-Millionen-Projekt scheitert.“ Für einen solchen Fall gebe es gesetzliche Möglichkeiten.

CDU-Sprecher Reinhard Otto sagte, das Verfahren bedeute „unaufgeregt einen weiteren Schritt zum Ziel Einkaufszentrum Wieragrund“. Es sei schnell und kostenfrei, zu den Fachleuten könne man Zutrauen haben.

Schließlich ergriff Bürgermeister Wilhelm Kröll das Wort und berichtete, bei Teilen des Wieragrundareals sei „um den Preis gepokert worden“. Es gehe nach seinen Informationen um einen „exorbitanten Kaufpreis“ für ein Grundstück im Überschwemmungsgebiet, der werde derzeit gerichtlich überprüft. Gielsdorfs Vorwurf, von bereits „wasserdichten“ Kaufverträgen gesprochen zu haben, wies Kröll zurück und hielt den Skeptikern des Projekts zugleich vor, „Schwachstellen zu suchen, um das Projekt zu Fall zu bringen“.

Abschließend lobte der Verwaltungschef die „gewaltige Leistung der Verwaltung“ und sprach von einer guten Rechtsgrundlage.

Für das Verfahren stimmten 23 Stadtverordnete, die beiden Vertreter der FDP-Fraktion und eine Vertreterin der FWG enthielten sich. Mit Nein stimmten Grüne, Linke und ein FWG-Vertreter.

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Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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