Selbstschlachter-Quote in Südhessen noch geringer

Nur jeder zweite Fleischer schlachtet selbst

Schwalm-Eder. Fleisch aus eigener Schlachtung - das gibt es nur noch in jedem zweiten der 37 Fleischerbetriebe im Schwalm-Eder-Kreis, schätzt Fritz Kästel, Obermeister der Kreis-Fleischerinnung. Damit stehe der Landkreis im bundesweiten Vergleich noch sehr gut da, sagt Kästel.

In anderen Regionen Deutschlands sei die Selbstschlachter-Quote noch viel geringer - beispielsweise in Südhessen.

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Insgesamt hat die Zahl der Fleischerbetriebe, die noch selbst schlachten dürfen, abgenommen, seit 2009 die EU-Verordnung fürs Schlachten erlassen wurde. Denn damit wurden die Auflagen für die Betriebe strenger. So muss es beispielsweise getrennte Räume fürs Schlachten und Weiterverarbeiten des Fleisches geben. „Für einen solchen Umbau sind hohe Investitionen nötig“, erklärt Kästel. Das rentiere sich nicht für jeden Betrieb. Zumal für kleine Metzgereien dieselben Vorschriften gelten wie für die großen Schlachthöfe, die aber viel mehr Umsatz machen.

„Früher hat jeder Fleischer selbst geschlachtet“, sagt Kästel. Doch inzwischen komme es in vielen Regionen Deutschlands vor, dass das Fleisch ersteinmal 300 Kilometer weit zum Schlachthof und zurück transportiert würde, bevor der Metzger es verkaufen könne. Im Schwalm-Eder-Kreis sind die Transportwege allerdings nicht so lang: Große Schlachthöfe gibt es in der Umgebung beispielsweise in Ziegenhain und in Kassel.

Zudem versuchten viele Metzger in der Region, den eigenen Schlachtbetrieb aufrecht zu erhalten - das sei insbesondere für die Herstellung von Ahler Wurst wichtig, sagt Kästel. „Dafür braucht man schlachtfrisches Fleisch, das noch warm verarbeitet wird.“

Kritischer äußert sich die Gudensberger Bürgerinitiative gegen Massentierhaltung zur Schlachtpraxis im Schwalm-Eder-Kreis.

Von Judith Féaux de Lacroix 

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Quelle: HNA

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