Im Gebälk kracht's

Der Kellerwaldturm ist seit sieben Jahren sanierungsbedürftig

Sieht schön aus, ist aber marode: Der Kellerwaldturm am Jesberger Wüstegarten ist seit mittlerweile sieben Jahren stark sanierungsbedürftig.

Jesberg. Der Kellerwaldturm muss nach wie vor dringend saniert werden. Seit mittlerweile sieben Jahren bereitet die Holzkonstruktion der Gemeinde Jesberg und dem Verein Region Kellerwald-Edersee viele Sorgen.

Schon kurz nach der Einweihung zeigten sich 2006 überall im Holz stark erweiterte Fugen, zeitweise war deswegen sogar das Betreten des Turms verboten (siehe Hintergrund).

Heute können die Wanderer ihn wieder besteigen, doch das Problem besteht nach wie vor. Der Kellerwaldverein hat sich in seiner letzten Sitzung für eine baldige Instandsetzung der 28 Meter hohen Konstruktion ausgesprochen. Allerdings fehlt das Geld: Die Sanierung könne auch nicht wie gehofft aus den Programmen des Landes Hessen zur Förderung der regionalen Entwicklung bezahlt werden, sagte Lisa Küpper, Geschäftsführerin des Vereins.

Es fehlt das Geld

Jesbergs Bürgermeister Günter Schlemmer, der auch stellvertretender Vorsitzender des Vereins ist, ist auf der Suche nach weiteren Finanzierungsmöglichkeiten: "Wir brauchen dringend einen anderen Topf, aus dem wir die Arbeiten am Turm bezahlen können: Wir können die Sanierung keinesfalls alleine stemmen." Die Höhe der Kosten sei noch unklar.

Schlemmer spricht sich dafür aus, das Land Hessen für die Renovierungskosten mit ins Boot zu nehmen. Das hatte 2004 zwar die Baukosten in Höhe von 270.000 Euro gezahlt, nach der Fertigstellung aber Unterhaltungskosten und Verkehrssicherung an die Gemeinde Jesberg übertragen.

Die weigerte sich allerdings, den schon nach kurzer Zeit mit Mängeln behafteten Turm zu übernehmen.

Noch immer ist deswegen auch gar nicht klar, wem der Turm überhaupt gehört, ob er nun das Eigentum der Gemeinde Jesberg oder des Kellerwaldsvereins ist. Diese Frage sei allerdings zurzeit gar nicht der springende Punkt, sagt Schlemmer: "Beide Seiten haben ein starkes Interesse daran, dass der Turm saniert wird. Die Juristerei kommt dann später."

Die komplette Schließung oder gar der Abriss des Turms auf dem Wüstegarten mag sich Schlemmer nicht vorstellen: "Das wäre für die touristischen Einrichtungen in der Region eine Katastrophe: Ohne den Turm würde kaum ein Wanderer den Weg nach Jesberg finden."

Der seit sieben Jahren schwelende Streit um die Frage, wer nun daran schuld ist, dass sich die Leimverbinder an der Konstruktion lösen, ist nervenaufreibend. "Wir müssen dringend eine wirtschaftliche Lösung finden - wie stehen wir denn sonst vor dem Steuerzahler da?", fragt sich Schlemmer. Eines aber steht für ihn fest: Der Turm muss bleiben. "Er ist das touristische Highlight in der Region. Sein Verlust wäre einfach fatal - für alle Gemeinden in der Umgebung."

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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