Jetzt geht es ums Spendensammeln

Ehemaliger Schwälmer berichtet von immensen Schäden an der US-Ostküste

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Kaputte Stromleitungen: Das Foto zeigt Reparaturarbeiten am zerstörten Netz einer Stadt in New Jersey.

Schwalmstadt/Chicago.  Der Jahrhundersturm "Sandy" hat eine Schneise der Verwüstung an der amerikanischen Ostküste gezogen. Auch ein ehemaliger Schwälmer ist von den Auswirkungen betroffen. Sein Bericht.

Auf Anfrage der Schwälmer Allgemeinen hat Friedemann Stübung aus Obergrenzebach, der mit seiner Familie seit Jahren in der Region Chicago zu Hause ist, uns seine Eindrücke zu der Unwetterkatastrophe in den USA gemailt. Hier sein Bericht, der am Donnerstagnachmittag in der Redaktion eintraf:

„Wir verfolgten mit wachsender Beklemmung die Informationen, die per Fernsehen, Radio oder Computer über die Entwicklung des Supersturms an der Ostküste gemeldet wurden. Das Ausmaß der Schäden und Probleme, die dieser Sturm verursachte, war vorhersehbar und trotzdem erschütternd; immerhin hat die Ostküste der USA eine mit Deutschland vergleichbare Bevölkerungsdichte.

Es gibt immense Schäden, viel Leid und Not. Experten schätzen, dass sich Reparaturen und Wiederaufbau bis in die Mitte kommenden Jahres erstrecken werden. Selbst das heißgeliebte Halloween musste vielerorts verschoben werden.

Hier, etwas westlich von Chicago, merkten wir fast überhaupt nichts vom „Supersturm“ - es war am Dienstag sehr windig, was aber für diese Region generell nicht ungewöhnlich ist. In Chicago wurden über Nacht einige Abschnitte der Straße gesperrt, die am Ufer des Michigansees verläuft, und die gesamte Uferpromenade war wegen der aufgepeitschten Wellen des Sees geschlossen. Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir uns lediglich entscheiden müssen, welcher Hilfsorganisation wir eine Spende zukommen lassen wollen, um den vielen Betroffenen zu helfen, möglichst schnell wieder Strom und/oder ein Dach ueber dem Kopf zu haben.

Jetzt in USA zuhause: Der ehemalige Schwälmer Friedemann Stübing.

Ein aus meiner Sicht angenehmer Nebeneffekt des Unwetters war, dass - rund eine Woche vor den Präsidentschaftswahlen - der Supersturm des amerikanischen Wahlkampftheaters für ein paar Tage fast zum Erliegen kam. Unterbrochen wurde ein schon seit Monaten anhaltendes, grelles Politgetöse, das im Wesentlichen aus dem Folgenden besteht: Schlagwort-Hörigkeit, billige und wohlfeile Rhetorik, unverschämtes Lügen, perfide verdrehte Halbwahrheiten, erschreckende Irrationalität, politische Scheuklappen (die bekanntlich die Perspektive stark einschränken) und allzu oft auch jene scheinbar unvermeidliche Prise eines unreflektierten, unkritischen, selbstgefälligen Patriotismus. Eine überwiegend widerliche Politshow eben.“

Während Friedemann Stübing dies schrieb, am Donnerstagmorgen vor seinem Arbeitsbeginn, meldeten die Medien, dass nun auch Präsident Obama den Wahlkampf offiziell wieder aufgenommen hat. (aqu)

Quelle: HNA

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