Pfingsten erste Gottesdienste

Renovierungsarbeiten an Arnsbacher Kirche laufen auf Hochtouren

Jeder Euro zählt: Pfarrer Frieder Seebaß freut sich, dass das Ende der Kirchenrestaurierung in Sichtweite gerückt ist. Im Hintergrund der Chorraum, in dem die Deckenbalken ausgetauscht werden müssen. Foto: Zerhau

Arnsbach. Seit gut einem Jahr ist die Kirche in Arnsbach eine Baustelle. Aber es ist bereits Licht am Ende des Tunnels zu sehen, sagt Pfarrer Frieder Seebaß.

Er geht davon aus, dass ab Pfingsten dort wieder Gottesdienste gefeiert werden können. Das ist auch wichtig, denn für Juni und Juli sind viele Hochzeiten geplant - und bis dahin muss alles fertig sein, sagt Seebaß.

Doch bis dahin ist noch einiges zu tun in der über 400 Jahre alten Kirche. Bei der Renovierung sind - wie bei der Sanierung der Kirche in Kerstenhausen - unerwartete Probleme aufgetreten. Die zu beheben kostet nicht nur Zeit, sondern vor allem Geld.

Insgesamt war man von Investitionskosten in Höhe von 100.000 Euro ausgegangen. 25.000 Euro stammen vom Pfarrhausverkauf, 40.000 Euro kamen als Zuschuss vom Kirchenkreis dazu, 15.000 Euro hatte der Förderkreis Kirche Arnsbach gesammelt. Außerdem kamen 8000 Euro Baurücklage und 12.000 Euro aus einem Darlehen der Kirchengemeinde dazu.

Durch unvorhergesehene Mängel aber wird sich dieser Betrag um 20 000 bis 30 000 Euro erhöhen. Der soll durch den Zuschuss des Kirchenkreises, durch ein höheres Darlehen sowie durch Spenden abgedeckt werden.

Die Renovierung startete bereits unter Pfarrer Jens Holstein, als der Turm verschindelt und der Chorraum restauriert wurde. Vorigen Februar ging es mit den Innenarbeiten weiter. Da wurden Mobiliar, Lampen und alte Stromleitungen entfernt.

Die erste böse Überraschung stellte der marode Fußboden dar, denn dort waren teilweise Dielenbretter abgefault. Die zweite Überraschung wartete in der nordöstlichen Ecke. Wo Anfang der 1920er-Jahre einmal ein Ofen gestanden hatte, kam ein Kellerschacht zum Vorschein, der mit einer Betonplatte abgedeckt war. Der musste laut Landesdenkmalpflege aus Sicherheitsgründen verfüllt werden. Gleichzeitig wurde die gesamte Kirche im Innenbereich auf eine Höhe gebracht und mit Buntsandsteinplatten ausgelegt.

Im Kirchenschiff selbst, das 1883 an den Rechteckchor von 1606 angebaut wurde, sind inzwischen neue Elektroleitungen verlegt, der Lehmputz wurde aufgetragen, mit Kalkanstrich versehen und die farblichen Absetzungen um die Fenster und unter der Decke der Abhängung wieder aufgemalt.

Lediglich der alte Kronleuchter muss noch restauriert und wieder aufgehängt werden.

Die einzige Baustelle ist jetzt nur noch der Chorraum. Aber diese Baustelle hat es in sich und brachte die dritte böse Überraschung ans Licht. Dort sind Deckenbalken angefault und müssen erneuert werden. Da auch hier ein Statiker sowie die Landesdenkmalpflege mit hinzugezogen werden mussten, haben sich die Arbeiten der Zimmerleute erneut verzögert. Der Austausch der Deckenbalken soll nach Aussage von Pfarrer Frieder Seebaß noch im Februar in Angriff genommen werden. Dann werden noch der Lehmputz sowie der Kalkanstrich angebracht.

Von Peter Zerhau

Quelle: HNA

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