Jetzt gibt’s endlich Zucker: Ramadan endet mit einem Fest

Borken. Ab Samstag wird in Borken gefeiert: Drei Tage lang und das mit vielen Gästen. Denn am Samstagabend endet der Ramadan, der islamische Fastenmonat.

Weil der Ramadan sich jedes Jahr um zehn Tage nach vorne verschiebt, ist er jetzt im Hochsommer angekommen. Das bedeutete auch für viele Moslems aus dem Landkreis, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang weder zu essen noch zu trinken. Dazwischen lagen also etwa 17 Stunden. Eine lange Zeit.

Der Verzicht habe ihm nichts ausgemacht, sagt der Vorsitzende des türkisch-islamischen Kulturvereins, Recep Akdag, am Freitagmittag kurz nach dem Freitagsgebet in dem Borkener Gebetshaus. „Es geht für uns dabei um mehr“, sagt er. Fasten sei die Pflicht eines jeden gesunden Moslems und solle zu mehr Nachdenklichkeit, Toleranz und Geduld anregen. Man soll an Armut und Hunger leidende Menschen denken und deren Zustand nachvollziehen können. „Ramadan dient auch der inneren Einkehr und Bedachtsamkeit“, sagt Akdag. „Der Verzicht macht den Körper stark“, sagt er.

Auch eine Geduldsprobe

Verschwenderisch dürfe man nicht sein, sagt Imam Mehmet Cemal Pekacar. Besonders teste der Ramadan auch die Geduld des Menschen. Auf das Essen zu warten, könne manchmal an den Nerven zerren, räumt er ein. Vor allem in Deutschland falle es nicht leicht. „Hier gibt es überall Getränke und Nahrung, da ist die Versuchung groß und zudem fasten die meisten Menschen um einen herum nicht, weil sie keine Moslems sind“, sagt er. Und: Gerade an diesen heißen Tagen sei es schwer, auf Wasser zu verzichten.

Aktiv und integriert

Diese Erfahrung hat auch Enes Yilmaz gemacht. Der Zehnjährige hat an sechs Tagen gemeinsam mit seinen Eltern gefastet. „Das ist doch normal“, sagt der Junge und lächelt. Außerdem habe er nicht vor seinen Eltern essen und trinken wollen, während diese sich im Verzicht übten. „Das wäre nicht nett gewesen“, sagt er und ist glücklich darüber, an sechs Tagen dabei gewesen zu sein. Die Fastenzeit stärkt auch das Zugehörigkeitsgefühl. Davon ist nicht nur der Imam überzeugt. „Wir machen es gemeinsam und wir beten in dieser Zeit noch häufiger gemeinsam. Überhaupt ist im Ramadan alles intensiver“, sagt er und freut sich darüber, dass die muslimische Gemeinde so aktiv ist und zugleich auch gut integriert. „Es ist schön, dass wir so gut mit allen auskommen und es tut uns gut, wenn wir spüren, dass wir in Hessen und Deutschland gewollt sind.“

Der Fastenmonat Ramadan wird definiert als der neunte Monat des islamischen Mondkalenders. Das Fest des Fastenbrechens, im Deutschen auch bekannt als Zuckerfest, ist immer am Ende des Ramadans. Vergleichbar mit Weihnachten zählt das Zuckerfest zu einem der größten islamischen Feiertage.

Samstag, 18. August, um 20.46 Uhr, endet der Ramadan. Dann gibt es ein großes Festmahl, zu dem der Kulturverein über 200 Gäste erwartet. „Wir haben das gut organisiert“, sagt Akdag. Mehrere Organisationsgruppen kümmern sich um Essen und Getränke. „Dann feiern wir so, wie wir gefastet haben, gemeinsam.“

Quelle: HNA

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