Verein „Bürger für Homberg“ will Fachwerkhaus retten

Gasthaus Krone: Jetzt wird die Zeit knapp

Dieser Anblick ist selten geworden: Es wirkt, als seien die letzten Gäste gerade erst gegangen. Dr. Gerhard Grebe an der Theke der leer stehenden Krone.

Homberg. Mit Brettern vernagelte Fenster und von der Energieversorgung abgekoppelt, so könnte die Zukunft der Krone, des einstigen Schmuckstücks am Homberger Marktplatz aussehen. Zumindest, wenn die Eigentümer des Gebäudes ihre Drohung in die Tat umsetzen.

Seit März verhandelt der Verein „Bürger für Homberg“ mit den Eigentümern des seit 1721 als Gasthaus geführten Fachwerkgebäudes. Derzeit gehört die Krone einer Investment-Dachgesellschaft aus den USA. Sie ist bereit zum Verkauf, und zwar so schnell wie möglich. „Andernfalls wollen sie den Strom abstellen und die Fenster vernageln“, sagt Grebe. Zumindest habe man ihm das beim letzten Verhandlungstermin gesagt. „Die hängen nicht an dem Haus. Sie wollen nicht investieren, sondern mit Gewinn verkaufen“, sagt Grebe.

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110.000 Euro soll das Gebäude derzeit noch kosten. „Wir haben schon viel erreicht, das Gebäude sollte ursprünglich 175 000 Euro kosten“, erklärt der Vereinsvorsitzende Dr. Gerhard Grebe. Der Knackpunkt: Der Verein könne maximal 100.000 Euro für das Haus aufbringen und deshalb derzeit noch keinen Kaufvertrag unterzeichnen. „Wenn wir für den Kauf mehr Geld ausgeben, können wir die dringend notwendige Sanierung nicht stemmen“, sagt Grebe. Die werde den Verein etwa 220.000 Euro kosten. „Die Stadt Homberg, die Denkmalpflege und auch das Landesamt für Denkmalschutz haben uns Unterstützung signalisiert“, sagt er zuversichtlich.

Und auch die Homberger haben bereits 10 000 Euro für die Krone gespendet (wir berichteten). „Wir sind dringend auf weitere Spenden angewiesen, damit wir die Krone retten können“, sagt Grebe und hofft auf die Unterstützung der Einwohner.

Der Verein steuere natürlich auch Geld bei. 120 000 Euro an Eigenkapital komme so zusammen. Das reiche aber bei Weitem noch nicht aus. „Wir können uns nicht selbst zugrunde richten“, sagt Grebe.

Eine Alternative gebe es zudem: „Wenn sich ein anderer Käufer fände, wären wir begeistert.“ Doch derzeit sehe es nicht danach aus, sagt er bei einem Rundgang durch das älteste Gasthaus Hessens. Als Grebe das Licht einschaltet wirkt es fast so, als wären die letzten Gäste gerade erst gegangen. Tische, Stühle und Barhocker stehen noch an ihrem Platz, im großen Saal steht ein Klavier. An der Wand Zeichnungen und Wappen von Homberg und Trinksprüche in Schnörkelschrift. Es ist ein stolzes Haus mit einer bewegten Vergangenheit. „Es ist ein Herzstück der Innenstadt“, sagt Grebe. Doch vor allem der hohe Energieverbrauch mache eine energetische Sanierung notwendig.

Grebe: „Wir haben einen langen Atem, kämpfen schon seit anderthalb Jahren für die Krone. Jetzt wird die Zeit knapp. Wir hoffen auf Unterstützung und darauf, dass die Besitzer ihre Drohung nicht wahr machen.“

Quelle: HNA

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