Modellprojekt „Aufstiegscoach“ wurde gestartet

Jobcenter setzt auf intensive Betreuung

Kooperieren im Projekt „Aufstiegscoach“: Hinten von links Nadine Bremer (Schwalm-Eder-Kreis), Dörte Ahrens (Hessisches Sozialministerium) und Franziska Bender (Agentur für Arbeit) sowie vorne von links Hans-Gerhard Gatzweiler (Leiter des Jobcenters Schwalm-Eder), Kai Weber (Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft) und Dr. Stefan Hoehl (Vereinigung Hessischen Unternehmerverbände). Foto: Ehl-von Unwerth

Schwalm-Eder/Waldeck-Frankenberg. Menschen, die Arbeitslosengeld II beziehen, so lange zu qualifizieren, bis die richtige Arbeitsstelle gefunden haben – dieses Konzept hat sich in der Vergangenheit als wenig erfolgreich herausgestellt. Mit dieser Erkenntnis erntete Dr. Stefan Hoehl von der Vereinigung Hessischer Unternehmerverbände breite Zustimmung im Homberger Kreishaus.

Dort trafen sich Delegierte des hessischen Sozialministeriums sowie Vertreter der Wirtschaft, der Agenturen für Arbeit und von drei hessischen Kreisen zur Beratungen über einen neuen Ansatz: das Modellprojekt „Aufstiegscoach“.

Das Gemeinschaftskonzept des Landes Hessen mit den Kreisen Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg sowie Offenbach, das seit September dieses Jahres bis Ende 2014 läuft, entstand auf Initiative der hessischen Unternehmerverbände und wird vom Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft als Träger umgesetzt.

Zielgruppen sind Langzeitarbeitslose als auch Leistungsbezieher, die in einem Minijob arbeiten. Hinzu kommen jene Arbeitnehmer, die trotz mehrmonatiger sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung ihre Grundsicherung von ihrem Einkommen allein nicht bestreiten können und somit zusätzlich aufstockende Leistungen beziehen.

Für ausgesuchte Teilnehmer bieten die Jobcenter Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg jeweils 15 Plätze sowie das Jobcenter Offenbach 30 Plätze. Sie werden in den Nordkreisen wie im Südkreis von jeweils zwei „Aufstiegscoaches“ betreut.

Diese sollen dafür sorgen, die Bezieher von Arbeitslosengeld II schneller und vor allem nachhaltiger in Arbeit zu vermitteln als bisher. Das Novum des Konzeptes bestehe darin, nach erfolgreicher Vermittlung die Arbeitnehmer wie auch die Arbeitgeber weiterhin intensiv zu betreuen und nachhaltig aktiv zu unterstützen, hieß es.

Langfristiges Bestreben sei es, über eine konsequente Qualifizierung der Projektteilnehmer im Job deren Gehaltsbezüge zu steigern und somit die Abhängigkeit von der staatlichen Fürsorge bestenfalls zu beenden.

Vergleich mit Südhessen

„Wir versprechen uns positive Veränderungen“, betonte Dörte Ahrens vom hessischen Sozialministerium. Interessant sei dabei auch, die Entwicklung des Projektes im südhessischen Ballungsraum mit dessen Wirksamkeit in den nordhessischen Flächenkreisen zu vergleichen.

Die Kosten werden auf 524 000 Euro beziffert. Innerhalb des Arbeitsmarkt-Budgets erfolgt die Finanzierung über den Europäischen Sozialfonds, das Land Hessen sowie die beteiligten Jobcenter. (zse)

Von Sigrid Ehl-von Unwerth

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare