Jörg Knör präsentierte vor 250 Zuschauern im Spiegelzelt sein neues Programm

+
Singt auch mal über die Liebe des Herrn Putin zur Krim: Parodist Jörg Knör bei seinem Auftritt im Wolfhager Kulturzelt. Foto: Pflug

Wolfhagen. „Schreiben Sie einfach: Geht so", so diktiert Jörg Knör der HNA-Mitarbeiterin, die Rezension in den Block. Etwas besser war Knörs neues Programm „Vip Vip Hurra", das er am Montagabend beim Kulturzelt präsentierte, dann aber doch.

Wenn es um die Anzahl der Gags und parodierten Promis geht, ist der 55-Jährige rekordverdächtig. Teilweise im Minutentakt schlüpft er in unterschiedliche Rollen, zeichnet Karikaturen, tanzt und singt. Und das mit minimalen Requisiten - Lagerfelds Haarpracht, Inge Meysels Hut und Uli Hoeneß’ Schal haben ihren Auftritt - Knörs mächtigstes Instrument ist aber seine Stimme. Schließt man die Augen, könnte man wirklich denken, Désirée Nick stünde auf der Bühne und kommentiere das Geschehen im Dschungelcamp oder Marcel Reich-Ranicki gratuliere Knör zu seiner Fähigkeit, eine Zahnfehlstellung zu imitieren. Aber auch Mimik, Gestik und Habitus stimmen fast immer, so kauft man ihm den Papst auch ganz ohne Ton ab.

Was unter diesem Tempo bisweilen leidet, ist die Qualität. Manche der Witze bleiben enttäuschend oberflächlich, obwohl Knör es als begabter Parodist nicht unbedingt nötig hätte über Affentestikel zu philospohieren und Angela Merkels Po oder die Inkontinenz älterer Menschen im Detail zu beschreiben. Dabei blitzt immer mal wieder seine scharfe Beobachtungsgabe auf, etwa wenn er die Männerfreundschaft zwischen Gerhard Schröder und Wladimir Putin beleuchtet: „Schröder sagt, Putin ist ein lupenreiner Demokrat. Die Demokratie muss man da wirklich mit der Lupe suchen.“

Besonders viele Lacher erntete Knör wenn er sich auf seine Stärken besann und die Medienlandschaft und sich selbst karikierte. Wie etwa seinen misslungenen Auftritt mit Flöte beim „Deutschland sucht den Superstar“ im vergangenen Jahr, oder sein „Fatzebook“-Lied als Helge Schneider mit dem Refrain „Und die ganz Welt soll wissen. heute habe ich ... geschlafen.“ Zumindest das hat an diesem Abend keiner der 250 Zuschauer getan.

Von Michaela Pflug

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare