Fünfstündige Prüfung in Ludwigsburg

Homberger gewinnt Bundeswettbewerb 

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Ohne ihn gibt es keine Instrumente: Jonas Ganß an seinem Arbeitsplatz. Dort arbeitet er an einem Kontrafagottflügel. Das ist ein Teilstück des Kontrafagotts. 

Homberg/Kassel. „Ich freue mich sehr für Jonas. Das ist ein Zeichen dafür, dass wir in der Ausbildung einiges richtig machen“, sagt Tino Schaub, Ausbilder und Eigentümer von G. Mollenhauer & Söhne KG aus Kassel.

Er spricht vom Bundessieg beim Leistungswettbewerb für Holzblasinstrumentenmacher, den der Homberger Jonas Ganß gewonnen hat. Der 21-Jährige wurde nun in die Begabtenförderung der Handwerkskammer Kassel aufgenommen.

Bei der fünfstündigen Prüfung in Ludwigsburg musste Jonas Ganß eine kleine Klappe auf einen Fagottbecher einpassen, eine Feder einbauen, schleifen, polieren und ein Stück Holz freihand nach Maß drechseln. Dabei setzte er sich gegen drei weitere Konkurrenten durch.

Eigentlich hätte es aus jedem Bundesland ein Bewerber sein sollen, aber: „Der Beruf ist nicht so weit verbreitet. Holzblasinstrumentenmacher gibt es nicht in jedem Bundesland“, erzählt Ganß. Deshalb war die Prüfung aber nicht weniger herausfordernd. „Wir hatten am Ende ganz schön mit der Zeit zu kämpfen.“

Am Bundesentscheid habe er aber nicht teilgenommen, um unbedingt den Titel zu gewinnen, sagt Ganß und fügt hinzu: „Mir war vor allem wichtig, mich mit anderen jungen Leuten über diesen Beruf auszutauschen.“ Den Grundstein für seinen Erfolg legte Ganß mit seiner guten Gesellenprüfung. Mit 90 von 100 möglichen Punkten wurde er zunächst Innungsbester und siegte beim Landesentscheid, schließlich beim Bundeswettbewerb.

Ganß freut sich über den Sieg, bleibt aber bescheiden: „Das war ja nur ein Wettbewerb. Ich kann dadurch ja nicht mehr.“ Von der Handwerkskammer Kassel wurde er dennoch in die Begabtenförderung aufgenommen. Die ermögliche ihm Stipendien für Weiterbildungsangebote, sagt Ganß. Auch von seinem Ausbildungsbetrieb G. Mollenhauer & Söhne in Kassel wurde Ganß übernommen. Langfristig sei die Meisterprüfung sein Ziel. Selbst Instrumente zu bauen, war eigentlich nicht von Anfang an das Ziel des Hombergers.

Berufswunsch Musiker

Nach dem Abitur wollte er zunächst Berufsmusiker werden, ein Instrument studieren. Ganß: „Aber die Berufschancen als Musiker sind nicht so gut.“ Dann habe er sich gedacht, viel interessanter sei es doch, zu wissen, wie die Instrumente überhaupt gebaut werden. Und fand bei G. Mollenhauer einen Betrieb, der auch nur ausbildet, wenn es in der eigenen Firma Bedarf gibt. „Mein Chef will allen die Chance zur Übernahme geben“, sagt Ganß.

Die Urkunde für seinen Bundessieg wird Jonas Ganß am Samstag, 2. Dezember, in Berlin verliehen. 

Quelle: HNA

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