Wunsch und Wirklichkeit: Theaterwerkstatt des Jugendbildungswerkes

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Die Illusion vom Luxus: Das Zimmermädchen Maike Garbade träumt auf einer Liege vom besseren Leben, ringsum bedient von (von links) Julia Lemmer, Andrea Philipp, Raphaela Rang und Hannah Müller-Wolf.

Schwalm-Eder. Um die Spannung zwischen Schein und Sein,  Wunsch und Wirklichkeit sowie um den Unterschied zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung drehten sich die selbst entworfenen Bühnen-Szenen der Jugendlichen bei der Theaterwerkstatt des Jugendbildungswerkes Schwalm-Eder.

21 Jungen und Mädchen zwischen 12 und 19 Jahren hatten gemeinsam mit drei Theaterpädagogen und Organisatorin Bärbel Spohr im Kreisjugendhof in Rotenburg ein Theaterstück entwickelt.

Im "Hotel Seinschein" ist vieles anders, als es zunächst scheint und wer ein "Zimmer mit Selbstblick" gebucht hatte, konnte interessante Entdeckungen machen: Der liebevolle Ehemann ist eigentlich ein Betrüger, der vermeintliche Popstar bekommt nur kleine Engagements und die reiche Frau ist in Wirklichkeit einsam und unglücklich.

Die Themen des Lebens, die sich aus vielen Szenen zu einem Handlungsstrang am Ort "Hotel" auf der Bühne zusammenfügten, waren für die rund 90 Zuschauer beim Abschlussabend in der Waberner Mehrzweckhalle unterhaltsam und vergnüglich anzuschauen.

In der Rolle bleiben

Die Jugendlichen zeigten gerne den Eltern, Geschwistern und Freunden, was sie in der Woche gelernt hatten. Dazu gehörten sowohl die grundsätzlichen Dinge, die man für die Theaterarbeit wissen muss, wie nicht mit dem Rücken zum Publikum zu stehen und hinter der Bühne leise zu sein, als auch ausdauernd zu arbeiten, Bühnenpräsenz zu entwickeln und in der Rolle zu bleiben, erklärte Bärbel Spohr.

Es seien in diesem Jahr viele zum ersten Mal dabei gewesen. Einzigartig in Nordhessen sei die Theaterwerkstatt, weil sie den Akteuren die Freiheit gebe, etwas Eigenes zu entwerfen.

"Die Jugendlichen haben ganz viele Entwicklungsmöglichkeiten in dieser Woche", erläuterte sie das Konzept. "Es geht darum, in dieser durchgetakteten Zeit etwas zu tun, was erst mal keinen direkten ökonomischen Nutzen hat."

Wichtige Bühnenpräsenz

Im Vordergrund stünde der Spaß am Spiel, andere kennen zu lernen und kreativ zu sein. Die Bühnenpräsenz sei eine Fähigkeit, die den Jugendlichen in Schule und Beruf sehr nützlich wäre.

Die Nachwuchs-Schauspieler hatten viel Freude am Spiel: "Man kann in ganz viele Rollen, in viele verschiedene Persönlichkeiten schlüpfen- das macht total Spaß", stellte die 14-jährige Katharina Arnold fest. "Hier kann man so sein, wie man ist", meinte Alice Dönch. "Es wird jeder angenommen", fügte Tim Kühnel hinzu, der das Rollenspiel auch als Ausstieg aus dem oft stressigen Alltag liebt.

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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