Ortsbeirat will schnelle Lösung

Jugendclub geschlossen - Wollröder Jugendliche wünschen sich Treffpunkt

+
Wünschen sich einen Jugendclub in Wollrode: Marc Schindler (17) und Franziska Jung (17) vor dem Gebäude in der Kohlenstraße.  

Wollrode. Einen festen Ort für gemeinsame Freizeitgestaltung. Das ist es, was sich einige Wollröder Jugendliche für ihr Heimatdorf wünschen.

Seitdem der Jugendclub vor einem Jahr schließen musste, weil es keinen Jugendpfleger mehr gibt, dürfen die Jugendlichen nicht mehr in den Raum, in dem unter anderem ein Billardtisch und ein Kicker stehen. „Wir müssen dringend eine Lösung finden, damit die Jugendlichen sich dort wieder treffen können“, sagt Ortsvorsteher Helmar Proll.

Die Gemeinde plane, für Mai einen Jugendleiter einzustellen. Bisher habe sich die Kirche mit 50 Prozent an den Kosten für die Stelle beteiligt, die habe sich aber zurückgezogen. „Nun trägt das die Gemeinde alleine“, sagt Proll. „Ich glaube allerdings nicht, dass es vor Juli einen neuen Betreuer geben wird.“

Um den Jugendlichen auch ohne Betreuer den Zugang zum Jugendclub zu ermöglichen, hatte der Ortsvorsteher einem der Jugendlichen kürzlich den Schlüssel gegeben. „Das hat alles gut geklappt, aber die Gemeinde sieht darin ein zu großes Risiko.“

In der nächsten Ortsbeiratssitzung soll nun eine Lösung erarbeitet werden, so Proll. „Ich möchte nicht warten, bis die Gemeinde endlich einen neuen Jugendpfleger gefunden hat.“

Möglich sei zum Beispiel, dass ein Elternteil die Verantwortung übernimmt. „Auf jeden Fall brauchen wir jemanden, der volljährig ist“, sagt Proll. Nur so bestehe die Möglichkeit, dass auch die Gemeinde grünes Licht für den Betrieb ohne Jugendleiter gibt.

Zehn Jugendliche, so Proll, würden sich gerne regelmäßig in den gemeindlichen Räumen unterhalb des Wollröder Krugs treffen. Zwei von ihnen sind Marc Schindler und Franziska Jung (beide 17). „Man kommt aus Wollrode einfach schlecht raus“, sagt Franziska Jung. Innerhalb der Ortschaft gebe es für andere Leute in ihrem Alter kaum Möglichkeiten, um sich auszuleben und die Freizeit zu gestalten. Gerade deswegen habe der Jugendclub Abwechslung und ein Stück weit neues Leben in die Gemeinde gebracht.

Auch Marc Schindler bedauert, dass der Club geschlossen ist: „Man kann dort Billard und Tischkicker spielen, Musik hören, hat genug Platz, das hat alles super gepasst“. Zwei- bis dreimal pro Woche haben sich Jugendliche dort getroffen. (cha/zpn)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare