Jugendliche betroffen: Starthilfe-Ausbildungsverbund muss Angebote kürzen

In der Starthilfe-Küche: von links Jessica Hartung aus Unshausen, Geschäftsführerin Elke Junger und Sabrina Eikemeier aus Gensungen bei der Ausbildung zur Helferin in der Hauswirtschaft. Foto: Dewert

Schwalm-Eder. „Wir werden kaputt gespart“, sagt Edmund Gillung, beim Starthilfe-Ausbildungsverbund (ABV) zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Dem Bildungsträger brechen vermehrt Einnahmen weg.

„Es ist ein Trugschluss, wenn die Politik und andere Verantwortliche denken, dass eine Unterstützung von Bildungsträgern unnötig geworden ist“, sagt Elke Junger, Geschäftsführerin vom ABV. Als eine Ursache nennt sie die verfassungsmäßige Schuldenbremse in Hessen: Die Förderung aus dem Wirtschaftsministerium und dem Sozialministerium sei direkt um 50 Prozent gekürzt worden.

Beispielsweise hätte das Job-Center Schwalm-Eder im vergangenen Jahr noch 40 Ausbildungsplätze im Landkreis finanziert. In diesem Jahr seien es nur noch zehn. Der Ausbildungsverbund bemüht sich derzeit mit einer Bietergemeinschaft, die aus weiteren Trägern besteht, um diese Ausbildungsplätze (Hintergrund).

Doch solche Kooperationen seien nicht immer möglich. Außerdem gebe der Markt insgesamt nicht genügend her. Vielen Bildungsträgern in der Region stünden schwere Zeiten bevor, befürchtet Junger. Und sie kennt das Geschäft. Seit 25 Jahren ist Elke Junger mittlerweile beim Starthilfe-Ausbildungsverbund.

Schon seit einigen Jahren könnten sie neuen Mitarbeitern nur noch befristete Stellen anbieten. Dies laufe der eigenen Überzeugung zuwider. Aber eine Kurs- und Angebots-Planung sei nicht einmal mehr mittelfristig zuverlässig möglich. Außerdem sei es sehr bedauerlich, dass die Kontinuität bei den Angeboten für die jungen Menschen verloren gehe, sagt Junger.

Der Ausbildungsverbund versucht, die Einnahmeverluste zu kompensieren. „Wir haben Angebote für andere Zielgruppen entwickelt. Die laufen zwar nicht über so lange Zeiträume und sichern auch nicht unsere Existenz, aber fangen Verluste auf“, erklärt die Geschäftsführerin. Zu den neuen Angeboten gehört zum Beispiel ein Training in Sozialkompetenz für Auszubildende bei einer Bank und Kochkurse für Arbeitslose. • Kontakt: Starthilfe-Ausbildungsverbund in Homberg, Bindeweg 2, Tel. 05681/99020

Quelle: HNA

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