Jugendprojekt des Schwalm-Eder-Kreises für Toleranz und Demokratie

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Gemeinsam für Demokratie und Toleranz: von links Koordinator Stephan Bürger, Laura Büchle und Landrat Frank-Martin Neupärtl rufen Jugendliche im Kreis auf, sich im Projekt „gud so“ zu engagieren.

Schwalm-Eder. Laura Brüchle (15) machte bereits in jungen Jahren einschlägige Erfahrungen. Sie wuchs in einem von rechtsextremen Gruppierungen geprägten Umfeld auf. „Mein ehemaliger Heimatort war eine Nazi-Hochburg“, sagte sie bei einem Pressegespräch in der Kreisverwaltung in Homberg.

Dort wurde ein neues Jugendprojekt vorgestellt, das für mehr Toleranz und Demokratie sorgen soll. Es heißt „gud so“ und bietet die Gelegenheit, bestehende Kontakte zu verknüpfen und sich stärker mit einzubringen, sagte Stephan Bürger, der für den Schwalm-Eder-Kreis das Projekt „Gewalt geht nicht“ koordiniert. Basis des Austauschs bilden eine Online-Plattform mit eigens erstellter Homepage (www.gewalt-geht-nicht.de) sowie ein facebook-Auftritt (www.facebook.com/gudso.net). Mit einem „gud so“-Redaktionsteam an der Spitze sollen deren Inhalte sowie ein Printmagazin maßgeblich von den Jugendlichen selbst mit Inhalten gefüllt werden. Als Projektpartner ist das „Musikschutzgebiet“ mit im Boot. So sollen möglichst viele junge Menschen angesprochen werden.

Laura Brüchle ist als Projektteilnehmerin der ersten Stunde bereits „gud so“-Redaktionsmitglied und hofft auf zahlreiche Mitstreiter. Der Gefahr, selbst in den Sog der Rechten zu geraten, widerstand sie. Die Schülerin, die heute in Frielendorf lebt, engagiert sich stattdessen in Schülervertretungen gegen solche Tendenzen. Dieses positive Beispiel zeige eindrucksvoll, dass die Aufklärung durch das Projekt „Gewalt geht nicht“ greife, das der Kreisausschuss parteiübergreifend nach mehreren Gewalttaten der rechtsradikalen Freien Kräfte Schwalm-Eder 2008 initiiert hatte, erklärte Landrat Frank-Martin Neupärtl. Seither sei durch die Sensibilisierung, Fortbildung und Kooperation von Kontaktpersonen aus Schulen, Jugendarbeit, Vereinen und Verbänden eine breite Basis entstanden, um demokratiefeindlichen Strukturen entgegenzuwirken. Unterstützt wurde diese Arbeit in den vergangenen drei Jahren auch finanziell durch das Bundesprogramm „Toleranz fördern - Kompetenz stärken“.

Nun gibt es eine weitere Zusage über 45.000 Euro. Der Landkreis will damit das bestehende Konzept ausweiten. Mit dem Projekt „gud so“ sollen vorrangig junge Menschen angeregt werden, sich aktiv für Toleranz und Demokratie einzusetzen. Es gebe solches Engagement bereits in Schülervertretungen, Kreisschülerrat, Jugendparlamenten und -foren, in „Schulen ohne Rassismus“ sowie in Jugendclubs, der Jugendfeuerwehr und in sportlichen Bereichen. Sie seien jedoch kaum miteinander vernetzt.

Von Sigrid Ehl-von Unwerth

Am 21. und 22. März findet in Naumburg ein zweitägiges, kostenloses Seminar für Jugendliche ab 14 Jahren statt. Anmeldungen bis 12. März an Stephan Bürger, Tel. 05681/775590 oder
stephan.buerger@schwalm-eder-kreis.de

Quelle: HNA

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