Förderprogramm gegen Leerstand von Wohnhäusern in Breuna

Breuna. Immer mehr Häuser auf dem flachen Land stehen leer, auf längere Sicht bleibt der Bevölkerungsschwund nicht ohne Folgen für die soziale Infrastruktur der Kommunen und führt zu deren Schwächung insgesamt.

Die Gemeinde Breuna will im Rahmen ihrer Möglichkeiten gegensteuern. Auf einstimmigen Beschluss der Gemeindevertretung wird das Förderprogramm „Jung kauft Alt“ zur finanziellen Unterstützung von Investitionen in neu erworbene Altbauten auf dem Gebiet der Großgemeinde aufgelegt.

Damit soll jungen Menschen und Familien mit Kindern, also Immobiliensuchenden mit geringerem Budget, die Entscheidung für den Erwerb von Wohneigentum in gewachsener Umgebung anstelle eines Neubaus erleichtert werden. Bedingung ist die Eigennutzung der Immobilie. Das Förderprogramm gilt ab Jahresbeginn 2012, Anträge auf Zuschüsse müssen bis zum Jahresende 2013 gestellt werden.

Signal setzen

Ein Dutzend Altbauten warten in Wettesingen auf neue Bewohner, sieben Leerstände gibt es in Oberlistingen, vier in Breuna und Rhöda, drei in Niederlistingen. Mit dem Fortschreiten des demografischen Wandels sind weiter steigende Zahlen absehbar. In dem Förderprogramm sieht die Gemeinde ein Signal an Immobiliensuchende, „dass sie bei uns willkommen sind“, so die SPD-Fraktionsvorsitzende Marlies Weymann-Flörke.

Der Antrag auf Schaffung des Förderprogramms stammte von der SPD-Fraktion im Gemeindeparlament, die – in Anlehnung an das Modell einer westfälischen Gemeinde – auch die Richtlinien erarbeitet hatte.

CDU-Änderungswünsche

Die CDU-Fraktion stimmte dem Programm in der jüngsten Gemeindevertretung zwar grundsätzlich zu. Vorausgegangen war aber eine heftige Debatte um eine Reihe von Änderungswünschen und Verfahrensfragen bei deren Bearbeitung im Haupt- und Finanzausschuss. Den Unmut der SPD erregte der Umstand, dass die andere Fraktion ein Papier mit den von ihr (der SPD) entwickelten Richtlinien, ergänzt um die Änderungswünsche, als eigenen Entwurf vorgelegt hatte. CDU-Fraktionsvorsitzender Friedhelm Becker wiederum beklagte ein „unterschiedliches Demokratieverständnis“ in den beiden Fraktionen.

An der Mehrheitsfraktion gescheitert ist die CDU mit diesen Änderungswünschen: Die Förderung sollte nicht absolut, sondern prozentual (ebenfalls höchstens 8750 Euro) zu den Investitionskosten ausbezahlt, außerdem der Abriss von alten, nicht erhaltenswerten Wohngebäuden in ortsbildprägender Lage bezuschusst werden, wenn an ihrer Stelle ein neues Gebäude errichtet oder ein Platz ortsbildgerecht hergerichtet worden wäre.

Schließlich hatte sich die CDU für eine Nachweispflicht der Antragsteller über ihre finanziellen Möglichkeiten ausgesprochen, ebenfalls vergeblich.

Von Dorina Binienda-Beer

Quelle: HNA

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